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Die Region Göttingen Kreis Göttingen darf Vater in den Kosovo abschieben
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17:06 21.02.2018
Quelle: dpa
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Göttingen

Der kosovarische Staatsangehörige hatte das OVG angerufen, nachdem das Verwaltungsgericht Göttingen seinen Antrag abgelehnt hatte, ihm vorläufigen Rechtsschutz gegen seine drohende Ausweisung zu gewähren. Das OVG bestätigte indes die erstinstanzliche Entscheidung. Es sei damit zu rechnen, dass der 36-Jährige auch in Zukunft erhebliche Gewalttaten begehen werde. Die Durchsetzung der Ausweisung sei daher zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und der Rechte und Freiheiten anderer notwendig (Aktenzeichen 8 ME 113/17).

Der 36-Jährige, der vor seiner letzten Inhaftierung im Landkreis Göttingen gewohnt hatte, war 1991 im Alter von zehn Jahren nach Deutschland gekommen. Seine Duldung endete 2011. Er hat sechs deutsche Kinder, hat aber nur für die drei ältesten die Vaterschaft anerkannt. Nachdem er zunächst für die drei Kinder ein gemeinsames Sorgerecht mit seiner früheren deutschen Lebensgefährtin gehabt hatte, wurde der Mutter im September 2016 das alleinige Sorgerecht übertragen.

Langes Strafregister

Innerhalb von mehr als zwei Jahrzehnten hat der 36-Jährige ein langes Strafregister angesammelt und mehrfach in Haft gesessen. Bereits mit 14 Jahren wurde er zu einer Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt, später kamen weitere Verurteilungen wegen Gewaltdelikten und anderer Straftaten hinzu. 2012 verurteilte ihn das Landgericht Göttingen zu vier Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe, weil er seine Lebensgefährtin massiv misshandelt hatte.

Die Frau war mit ihm und einem der Kinder von Göttingen nach Hause unterwegs gewesen. Während sie das Auto steuerte, traktierte er sie mit Faustschlägen, schlug ihr erst einen Bierkrug und dann eine Bierflasche auf den Kopf und riss ihr so heftig an den Haaren, dass sie die Straße nicht mehr sehen konnte und eine Vollbremsung machen musste. Obwohl das Kind auf dem Rücksitz „Papa, hör auf!“ rief, schlug er weiter auf seine Lebensgefährtin ein und hielt ihr eine brennende Zigarette gegen das Gesicht. Als sie schließlich zuhause angekommen waren, sprang die Frau aus dem Auto und flüchtete. In dem folgenden Strafprozess bescheinigte ein psychiatrischer Gutachter dem 36-Jährigen eine dissoziale Persönlichkeitsstörung sowie eine langjährige Mehrfachabhängigkeit von Alkohol, Cannabis und Glücksspiel.

Klage gegen Ausweisung

Anfang 2017 verfügte der Landkreis Göttingen seine Ausweisung. Die Behörde begründete dies unter anderem mit seinen Gewalttaten und den gegen ihn verhängten Freiheitsstrafen. Der 36-Jährige, der im Gefängnis auch schon wieder straffällig geworden war, klagte dagegen und beantragte außerdem vorläufigen Rechtsschutz gegen seine drohende Abschiebung. Das Verwaltungsgericht Göttingen lehnte dies allerdings ab. Der Antragsteller könne trotz eines noch anhängigen familienrechtlichen Verfahrens zum Umgangsrecht mit seinen drei ältesten Kindern kein besonderes Bleiberecht beanspruchen. Das Gericht verwies darauf, dass der 36-Jährige schon seit geraumer Zeit keinen Kontakt mehr zu den Kindern habe. Es sei nicht erkennbar, dass eine Trennung das Wohl der Kinder gefährde. Außerdem bestünden erhebliche Zweifel, ob er wegen seiner Gewalttätigkeiten und seiner Persönlichkeitsstörung überhaupt in der Lage wäre, elterliche Verantwortung zu übernehmen. Schließlich habe er sich auch durch die Geburt seiner Kinder nicht von weiteren Straftaten abhalten lassen.

Von Heidi Niemann

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