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Göttingen Kreisstraßen im Landkreis Göttingen schneiden gut ab
Die Region Göttingen Kreisstraßen im Landkreis Göttingen schneiden gut ab
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00:34 27.04.2018
Die Brücke über den Schneenbach in Klein Schneen gehört zu denen, die sich derzeit noch in einem verbesserungswürdigen Zustand befinden. Quelle: Foto: Richter
Landkreis

Die Kreisstraßen im Landkreis Göttingen sind in einem vergleichsweise guten Zustand. Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann bestätigte auf Tageblatt-Nachfrage die Angaben auf Grundlage einer Untersuchung des Norddeutschen Rundfunks. Etwa 23 Prozent der Kreisstraßen in Norddeutschland befinden sich demnach in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand.

Für Göttingen ergibt das erhobene Datenmaterial ein relativ positives Bild. Von den 391 Kreisstraßen-Kilometern seien den Angaben zufolge 55 in einem sehr guten Zustand, 176 wurden demnach mit „gut“ bewertet. Nur zwei Kilometer befinden sich gemäß der Abfrage, die im Falle des Landkreises Göttingen auf Datenmaterial aus dem Jahr 2017 beruht, einem „sehr schlechten“ Zustand. Basis dieser Bewertung sei eine „Zustandserfassung und Bewertung“ (ZEB), die allerdings nicht in allen Landkreisen erfolge. Für den Kreis Göttingen ergab sich eine Durchschnittsnote von 2,44 – das ist unter den Landkreisen, die eine Durchschnittsnote ermitteln konnten, der drittbeste Wert in ganz Norddeutschland. Bessere Werte konnten nur der Heidekreis (2,26) und der Landkreis Peine (2,4) ermitteln.

Keine einzige Brücke in „sehr schlechtem“ Zustand

Auch bei den in der Baulast des Landkreises befindlichen Straßenbrücken steht Göttingen gut da: Keine einzige der 146 Brücken befinde sich in einem „sehr schlechten“ Zustand. Lediglich sechs Brücken wurden der zweitschlechtesten Kategorie zugeordnet, darunter die Brücke über den Schneenbach auf der K 26 im Bereich Klein Schneen, die Brücke auf der K 45 über den Entwässerungsgraben zwischen Etzenborn und Nesselröden sowie die Werrebrücke in Hedemünden (K 211).

Lottmann bestätigt all diese Angaben, schränkt jedoch ein: „Ich weise aber darauf hin, dass die landesweit gestellten Fragen naturgemäß nur ein grobes Raster bieten, das lokale Gegebenheiten nicht berücksichtigt oder verzerrt. Ein Beispiel ist Angabe zu den Straßenkilometern der Kategorie 5 (Anmerkung der Redaktion: die schlechteste Kategorie): Die für den Landkreis Göttingen genannten zwei Kilometer sind ein kumulierter Wert. Tatsächlich handelt es sich um zirka zehn kurze Streckenabschnitte an entsprechend vielen Stellen des Straßennetzes.“

Ergebnisse münden in Bedarfsplan für „Mehrjahresprogramm“

Lottmann weist außerdem darauf hin, dass die Kreisverwaltung im vergangenen Jahr den Zustand sämtlicher Kreisstraßen neu erfasst habe. „Die Ergebnisse werden ausgewertet und münden in einen Bedarfsplan“, so der Kreissprecher. Dieser Bedarfsplan sei die Grundlage für das erste sogenannte „Mehrjahresprogramm“ des neuen Landkreises Göttingen für den Ausbau von Kreisstraßen einschließlich Radwegen und Brückenbau für die Jahre 2019 bis 2023. Darüber werde im nächsten Verkehrsausschuss Mitte Mai informiert.

Die zwei Landkreise mit den schlechtesten Straßen in Norddeutschland sind nach NDR-Informationen Stade und Rostock. Zum Vergleich: Hier seien rund zwei Drittel der Straßen in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. Der Landkreis Stade habe hierzu erklärt, dass „jahrelang im Grunde zu wenig Geld da war“. Der Landkreis Rostock habe auf Anfrage mitgeteilt, dass sie der Sanierungsstau von 170 Millionen Euro überlaste.

Insgesamt fehle den Kreisbauämtern offenbar das nötige Geld, um solche Investitionsstaus aufzulösen. Viele Kreise investieren nach den vorliegenden Zahlen nur wenig Geld in ihr jeweiliges Straßennetz. So habe der Landkreis Lüchow-Dannenberg im Jahr 2017 gerade einmal 25 Cent pro Quadratmeter Straße ausgegeben. Laut Forschungsgesellschaft Straßen- und Verkehrswesen seien aber 1,10 Euro das absolute Minimum, das aufgewendet werden sollte, um ähnliche Straßen zu unterhalten. Auch in diesem Bereich schneidet der Landkreis Göttingen ordentlich ab: Mit 1,42 Euro liegt er voll im Soll. Ein Grund dafür sei, dass seit der erfolgten Entschuldung des Landkreises wieder sehr bewusst in die Straßen investiert werde, so Lottmann.

Schlaglöcher einfach melden

Der Auto-Club Europa (ACE), der ADFC und auch die Stadt Göttingen bieten im Internet Meldeformulare für Schlaglöcher an. Beim ACE-Schlaglochmelder werden angezeigte Schäden direkt an die zuständige Straßenbaubehörde weitergegeben. Torsten Witt, Bezirksvorsitzender der IG Bau Niedersachsen-Süd: „Autofahrer können also aktiv dazu beitragen, dass in den Ämtern der Druck erhöht wird, für bessere Straßen zu sorgen.“ Über welche Schlaglöcher ärgern Sie sich am meisten? Schicken Sie uns Ihre Bilder an online@ goettinger-tageblatt.de.

Von Markus Riese

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