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Göttingen Kritik an „Hetze“ gegen Pater
Die Region Göttingen Kritik an „Hetze“ gegen Pater
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18:53 21.07.2011
Von Jörn Barke
Göttingen

Schneider war jahrzehntelang am tief in den Missbrauchsskandal verstrickten Aloisius-Kolleg tätig und soll nach Abschluss der Untersuchungen nun nach Göttingen wechseln. Der 64-Jährige hat bestritten, persönlich an Übergriffen beteiligt gewesen zu sein, aber sein Mitwissen um Grenzverletzungen eingeräumt.

Der Eckige Tisch sei gar nicht an Gesprächen interessiert, so Freise, „er will nur verurteilen. Da haben sich welche vorgenommen, Schneider vor sich her zu treiben.“ Das trage Züge einer Hetzkampagne. Zu einer objektiven Berichterstattung gehöre dagegen auch der Verweis darauf, dass viele Schüler Schneider sehr geschätzt und seinen Abgang als Rektor bedauert hätten.

Schneider habe mit seinem Rücktritt Verantwortung übernommen und sich bei den Opfern – „nicht seinen Opfern, sondern den Opfern eines Anderen“ entschuldigt. Dessen Verfehlungen – es geht um Aktfotos, Praktiken bei der Duschaufsicht und rektales Fiebermessen – seien von Schneider nicht geahndet worden. Das sei falsch gewesen, aber nun werde Schneider vom Eckigen Tisch „wie ein Sexualstraftäter behandelt, dessen Aufenthaltsort nach verbüßter Haft zur Warnung besorgter Mütter im Internet laufend bekannt gegeben wird. Das ist unverhältnismäßig und unmenschlich.“

Die Leitung der Jesuitenkommunität sei zudem keine Führungsposition. „Ich kenne Herrn Schneider nicht, aber ich bin der Überzeugung, dass er eine Chance bekommen muss und segensreich wirken kann“, so Freise.
Freise verweist auf die Geschichte, in der ein entlassener Sträfling wieder nach Hause kommt. Als Zeichen, dass er willkommen ist, hat seine Familie einen Apfelbaum voll mit Bändern gebunden. „Ich werde jedenfalls ein gelbes Band an den Baum im Innenhof von St. Michael binden, wenn Herr Schneider zu uns kommt“, so Freise.

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