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Göttingen Kritik an der Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe
Die Region Göttingen Kritik an der Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe
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16:11 10.04.2018
Flüchtlingsunterkunft am Anna-Vandenhoeck-Ring. Quelle: Peter Heller
Göttingen / Grone

Die Unterkunft sei „abseits jeglicher Wohnbebauung“ und habe „vielfache bauliche Mängel“ – etwa fehlendes Tageslicht, fehlender Schallschutz und mangelnde Privatsphäre – heißt es in einer Mitteilung der Linken. „Sie droht immer mehr zur Dauereinrichtung zu werden, sogar trotz des durch den Rat beschlossenen Prüfauftrags, um sie möglichst im Herbst dieses Jahres zu schließen, der aus der öffentlichen Kritik gefolgt war“, heißt es weiter.

In der vergangenen Woche hatte die Verwaltung vorgeschlagen, den Vertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz als Betreiber bis zum 30. April 2019 zu verlängern. Die bisherigen Planungen der Stadtverwaltung sahen vor, die Einrichtung nur bis zum 31. Oktober zu betreiben. „Nach wie vor ist es unser Ziel, die Unterkunft im Anna-Vandenhoeck-Ring so schnell wie möglich zu schließen. Sie wird vorübergehend aber noch gebraucht“, sagt Sozialdezernentin Petra Broistedt.

Schon vor dem Einzug der ersten Flüchtlinge gab es Proteste gegen die Unterkunft auf der Siekhöhe. Quelle: Christina Hinzmann

150 der vorhandenen 200 Plätze sind in der Einrichtung belegt. Wegen des angespannten Wohnungsmarktes sei es den Betreibern der Göttinger Flüchtlingsunterkünfte aber nicht gelungen, vermehrt Familien in dezentralen Wohnungen unterzubringen, heißt es in einer Mitteilung weiter.

Wohnungsleerstand in Grone

Die Linke hält die Argumentation für „fadenscheinig“ und „vorgeschoben“. „Wenn die Stadt gewollt hätte, dann hätte sie von der Option der Verlängerung zur Nutzung der Räumlichkeiten im ehemaligen IWF Gebrauch machen können. Aber auch die Unterbringung etlicher Familien in Wohnungen wäre denkbar und machbar“, heißt es weiter. Die Linke verweisen zudem auf leerstehende Wohnungen in Grone-Süd. Die Linken sehen einen „Widerspruch zwischen den Bekundungen nach dezentraler Unterbringung und intensiven Integrationsbemühungen für die geflohenen Menschen und den geschaffenen und weiterhin aufrecht erhaltenen Realitäten durch die Stadtverwaltung“.

Blick in die Halle vor dem Erstbezug. Quelle: Hinzmann

Weiter heißt es: „Statt die Möglichkeiten dezentraler Unterbringung intensiv zu prüfen und anzugehen, für die heftigst umstrittene Unterkunft auf der Siekhöhe endlich erste Abwicklungsschritte zu entwickeln, soll vollkommen unnötig und übereilt in der Sitzung des Sozialausschusses an diesem Donnerstag der kostspielige Vertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz für die Siekhöhe bis zum April 2019 verlängert werden.“

Der Sozialausschuss berät am Donnerstag, 12. April. Beginn der Sitzung ist um 16 Uhr in Sitzungsraum 118 im Neuen Rathaus, Hiroshimaplatz 1-4.

Von Michael Brakemeier

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