Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Ehrenamtliche Helfer in Gefahr
Die Region Göttingen Ehrenamtliche Helfer in Gefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:38 10.04.2017
Sorgt dafür, dass die Kröten über die Straßen kommen: Uwe Zinke vom Naturschutzbund. Quelle: Vetter
Anzeige
Göttingen

„In der Billingshäuser Schlucht, wo wir zu dritt in diesem Jahr bereits einige 100 Kröten sicher auf die andere Straßenseite gebracht haben, bringen uns Autofahrer regelmäßig in gefährliche Situationen“, berichtet Uwe Zinke, der Vorsitzende des Nabu Göttingen. Zeitlich begrenzte Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Tempo 50 missachteten viele Autofahrer, bestätigt Ulrich Lottmann, Pressesprecher des Landkreises Göttingen. Einige besonders ignorante Bürger überholten sogar korrekt fahrende Autos. Der Landkreis rate daher, Kinder nicht als Amphibienlenker einzusetzen.

Die Verwaltung, so der Pressesprecher, rege seit langem bei den zuständigen Straßenbauämtern an, pro Jahr an mindestens einem der besonders betroffenen Straßenabschnitte Amphibientunnel zu schaffen. Das zu finanzieren, sei aber meistens schwierig. Bisher gebe es solche Durchlässe im Landkreis nur an der Bundesstraße 27 östlich und westlich von Waake sowie an der Landesstraße 56 bei Bursfelde und nördlich von Gimte.

„An der Kreisstraße 222 südöstlich von Lutterberg ist ein Ersatzgewässer geschaffen worden“, sagt Lottmann. Eine Leiteinrichtung verhindere, dass Amphibien die Straße querten, um ihr ursprüngliches Gewässer zu erreichen. Vier kleinere Straßenabschnitte werden während der Amphibienwanderung nachts voll gesperrt.

„An 20 Straßenabschnitten im Landkreis bauen ehrenamtliche Helfer jährlich Krötenzäune auf“, weiß der Pressessprecher. In Stadtnähe gebe es ausreichend Engagierte, weil hier oftmals Studierende und Familien mitmachen. Das bestätigt auch Zinke vom Nabu. Im ländlichen Raum bestehen teilweise feste Gruppen, die sich seit Jahren um bestimmte Abschnitte kümmern. Manche Gruppen bestehen nur aus zwei, drei Personen, die in Hauptwanderungsnächten, wenn es warm und feucht sei, zum Teil stundenlang im Einsatz seien. Einige Helfer, die oft bereits seit Jahrzehnten mit anpackten, seien bereits älter als 70, vereinzelt auch mehr als 80 Jahre alt. Sie machen nach Angaben von Zinke weiter, weil sich sonst niemand findet, um den seit geraumer Zeit stetig schrumpfenden Bestand an Amphibien zu schützen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige