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Göttingen KuQua Göttingen:Betriebskosten höher als genannt
Die Region Göttingen KuQua Göttingen:Betriebskosten höher als genannt
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16:55 13.06.2018
In der südlichen Innenstadt soll das neue Göttinger Kunstquartier mit Galeriehaus entstehen. Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Die Zahl stand schon einmal unbestätigt im Raum, jetzt ist sie offiziell ausgesprochen: Der laufende Betrieb des Kunsthauses im KuQua werde nach aktuellen Berechnungen 425 000 Euro pro Jahr kosten. Das sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Dienstagabend im Finanzausschuss des Rates. Zugleich äußerte er sich zuversichtlich, dass diese Kosten zu einem großen Teil durch Sponsoring gesichert werden könnten – der bisher angenommene städtische Anteil also nicht steigen werde.

Bisher hatte die Verwaltung als grobe Schätzung für die Betriebskosten einen Betrag von 360 000 Euro genannt. Davon sollte die Hälfte bei Sponsoren eingeworben werden. Auf dieser Basis hatte der Rat auch seinen Grundsatzbeschluss zum KuQua gefällt. Inzwischen aber hatten CDU, FDP, Linke und zeitweise auch die Grünen kritisiert, dass die Betriebskosten von der Verwaltung zu ungenau und wenig transparent benannt würden. Sie fürchteten, dass diese zu Lasten der Stadt ausufern und lehnten darum teilweise auch eine Weiterführung des – ebenfalls teurer gewordenen – Projektes ab.

Die Betriebskosten

Im Detail nannte Köhler folgende Betriebskosten: Personalkosten inklusive Reinigung 245 000 Euro; Grundstücks- und Gebäudekosten 60 000 Euro; Ausstellungen 80 000 Euro; Geschäftsausgaben einschließlich Versicherungen und ähnliches 40 000 Euro.

Von den Gesamtkosten seien 60 000 Euro durch Sponsoring der Firma Sartorius gesichert, die über einen längeren Zeitraum die Eintrittsgelder übernehmen wird. Darüber hinaus führe er laufend Gespräche mit möglichen Sponsoren, so Köhler: unter anderem mit dem Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder über ein bereits erklärtes Engagement des Unternehmens Sycor; mit einer privaten Stiftung, die bereit sei, das Kunsthaus mit einem „nicht unerheblichen Betrag“ zu unterstützen; und mit zwei weiteren Firmenkontakten.

Vor diesem Hintergrund rechne er damit, von dem noch ungedeckten Betrag in Höhe von 365 000 Euro etwa 180 000 Euro durch Sponsoring sichern zu können, sagte Köhler – jeweils für einen Zeitraum von etwa zwei Jahren. Zugleich versicherte Köhler, dass auch der städtische Anteil an den Betriebskosten zum Ausstellungsbeginn 2020 im Etatplan gedeckt sein werde ohne andere Kultureinrichtungen damit in irgendeiner Form zu belasten.

Diskussion um Kunst und Mehrkosten

Die Diskussion um die Betriebskosten hatte sich in den zurückliegenden Tagen in den Vordergrund gedrängt. Eigentlich sollte der Ausschuss als Empfehlung für den Rat am Freitag über Mehrkosten in Millionenhöhe für das Projekt abstimmen – und damit über dessen Fortführung überhaupt.

Köhler warb erneut für das KuQua und betonte, dass es in Göttingen noch nie ein Projekt gegeben habe, dass sowohl bei der Grundfinanzierung als auch bei den Betriebskosten durch einen so hohen Sponsorring-Anteil getragen wurde. Für die Grünen lobte Dagmar Sakowsky das „außergewöhnliche private Engagement“ und ihr Parteikollege Rolf Becker äußerte sich zufrieden darüber, dass es jetzt auch Klarheit bei den Betriebskosten gebe. Es sei endliche Zeit, „das Positive und die besondere Bedeutung des KuQua für Göttingen“ deutlicher zu benennen, ergänzte für die SPD Helmi Behbehani. Beide Parteien stimmten schließlich für eine Weiterführung trotz Mehrkosten.

Zu ungenaue Zahlen?

Für die CDU lobte Katharina Schüle-Rennschuh zwar das Projekt generell. Aber so lange die avisierten Spendengelder nicht schriftlich gesichert seien, könne die CDU nicht zustimmen. Zugleich kritisierte sie erneut, dass bisher kein schlüssiges Gesamtkonzept zur Finanzierung vorgelegt worden sei. Bei der Abstimmung enthielt sie sich der Stimme. Thorben Siepmann (FDP) und Edgar Schu (GöLinke) lehnten ab – „wir können uns das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht leisten“, begründete Siepmann.

Von Ulrich Schubert

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