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Göttingen Kulturausschuss für Standort Ritterplan
Die Region Göttingen Kulturausschuss für Standort Ritterplan
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00:19 22.09.2017
Der Kulturausschuss des Rates spricht sich für einen Museumsstandort Ritterplan aus. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Der Vorschlag der Verwaltung, sieht vor, das Gebäudeensemble aus Posthalterei, Remise und Hardenberger Hof wie bisher als Städtisches Museum zu nutzen. Gleichzeitig sollen künftig aber auch Teile der Kulturverwaltung dort einziehen.

Nach Angaben der Verwaltung beläuft sich der weitere Investitionsbedarf für die Sanierung der Gebäude auf zwölf Millionen Euro. 3,8 Millionen hat die Sanierung des Gebäudekomplexes bislang gekostet. Hinzu kommen später rund 1,6 Millionen Euro für die Einrichtung der künftigen Dauerausstellung auf 800 Quadratmetern Fläche. Zuletzt hatte die Verwaltung verschiedene alternative Standorte für das Städtische Museum (Altes Rathaus, Stockleffmühle, ehemalige JVA, Voigtschule) ebenso geprüft wie eine alternative Nutzung der Gebäude am Ritterplan, etwa als Seminargebäude für die Volkshochschule. Ergebnis: Der jetzige Museumsstandort soll bleiben.

„Wir streiten für ein städtisches Museum in dem als Gedächtnis unserer Stadt ihre Geschichte zeitgemäß präsentiert wird. Deshalb verweigern wir – gegen jeden Populismus – der Vorlage zum Städtischen Museum unsere Zustimmung“, sagten der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Christoph Lehmann und SPD-Fraktionschef Tom Wedrins am Montag vor der Sitzung.

Weder ein Städtisches Museum stelle die SPD in Frage noch die Sanierung des Gebäudekomplexes stelle die SPD in Frage. „Allein im Streit steht, ob die nachhaltige Entwicklung eines modernen städtischen Museums an diesem Ort möglich und vor allen Dingen mit dem jetzt verlangten Beschluss gesichert ist. Die Antwort ist leider nein“, heißt in einer Stellungnahme von Lehmann und Wedrins.

Das Museum könnte zu einem Kostengrab werden, in dem zukünftig jede weitere Planung in der Kultur-, Schul- und Sozialpolitik versinken würde, fürchten die SPD-Spitzen. Erkennbar sei schon jetzt, dass dann finanzielle Mittel etwa für Schulsanierungen fehlen könnten. „Wir halten es hier mit der schwäbischen Hausfrau und belasten nicht zukünftige Planungen. Eine Elbphilharmonie brauchen wir hier nicht.“

Wedrins forderte in der Sitzung dann ein Museum mit mehr Funktionalität, das „modernen Ansprüchen“ genüge. Er schlug am Dienstag vor, mit einem Museumsstandort im Bereich Stockleffmühle und ehemaliger JVA am Waageplatz ein „Kulturviereck“ mit dem Kunstquartier und dem Forum Wissen zu entwickeln. Anders als die baupolitische Sprecherin der SPD, Sylvia Binkenstein noch am Freitag, vermied Wedrins die Erwähnung eines Neubaus. Stattdessen warf er der Verwaltung vor, die Stockleffmühle als Standort eines Museum nicht „ernsthaft geprüft“ zu haben. Wedrins kritisierte zudem die hohen Kosten von zusammen 18 Millionen Euro für ein Museum am Ritterplan, das nicht den heutigen Anforderungen genüge.

Rolf Becker, Fraktionsvorsitzender der Grünen, konterte, dass die Sanierungskosten für das denkmalgeschützte Gebäudeensemble am Ritterplan von bislang knapp 16 Millionen ohnehin für die Stadt anfallen würden. Kosten für einen Museumsneubau würden dann zusätzlich auf die Stadt zukommen.

Wibke Güntzler (CDU) pflichtete Becker bei. Zudem würden sich auch viele Bürger für den Standort Ritterplan aussprechen. Bereits im Frühjahr hatte die CDU von den anderen Ratsparteien per Antrag ein Bekenntnis zu einem „Museumskomplex am Ritterplan“ gefordert. CDU, Grüne, FDP, Linke und Piraten sowie die Bauverwaltung sprachen bereits damals für den Standort aus.

„Völlig unverständlich“ sei, so kritisierte Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, in einer Stellungnahme der CDU-Fraktion, dass die SPD zwar der weit über 20 Millionen Euro teuren Erneuerung der Stadthalle zugestimmt habe, nun aber das Museum nicht mehr in dem angestammten und dafür extra um- und angebautem Gebäudekomplex halten möchte, obwohl die Stadt um die millionenschweren Renovierungskosten nicht herumkommen werde. „Wie teuer soll dann ein Neubau werden und wo sollte der innerhalb des Walls entstehen können“, fragte Arnold.

„Die Argumentation, am Ritterplan wäre eine behindertengerechte, moderne Präsentation nicht möglich, ist schlicht Unsinn“, erklärte Güntzler. Die Verwaltung habe mit dem Einbau der beiden Aufzüge in das viel ältere Alte Rathaus bewiesen, dass das gehe. Würde die SPD und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) beim Museum „so viel Dampf entwickeln“, wie sie das beim Kunstquartier getan haben, dann würde es bis zur Präsentation des neugestalteten Museums auch sicher keine zehn Jahre dauern, sagte Güntzler.

Am Donnerstag, 21. September, steht das Thema auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr in Raum 118 des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4. Abschließend entscheidet der Verwaltungsausschuss.

Von Michael Brakemeier

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