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Göttingen „Göttingen wieder positiv besetzen“
Die Region Göttingen „Göttingen wieder positiv besetzen“
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00:17 16.02.2017
Von Michael Brakemeier
„Die Partei“ beginnt ihre Initiative „Göttingen positiv besetzen“ mit einer Kundgebung auf dem Albaniplatz. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

„1, 2, 3... Hurra. Wir sind mehr Volk“ und „Populismus muss sich wieder lohnen“ skandierten die rund 20 Teilnehmer der Mahnwache. Ziel der Partei-Initiative ist es, an bei Rechtsextremen beliebten Gedenktagen mit Mahnwachen und Kundgebungen rechte Veranstaltungen in Göttingen zu verhindern. Den Auftakt machte am Montag der 72. Jahrestag der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten 1945. Rechtsextreme nutzen den Jahrestag der Bombardierung Dresdens immer wieder für ihre Zwecke und rechnen die Opferzahlen hoch, um so „alliierte Kriegsverbrechen“ zu belegen und den Holocaust zu relativieren.

Thingilouthis lobte in seinem Redebeitrag die Aktion des Die-Partei-Vorsitzenden Martin Sonneborn, seinen Vater Engelbert als Kandiaten für das Bundespräsidentenamt aufzustellen. Die Piraten unterstützten das. Der Pirat kritisierte zudem den am Sonntag gewählten Frank-Walter Steinmeier (SPD). Mit dessen Zeit als Kanzleramtsminister habe „die enge Kooperation mit den US-Geheimdiensten“ begonnen, und in Deutschland sei der Ausbau des Überwachungsstaates durch den Bundesnachrichtendienst vorangetrieben worden. „Und immer noch scheint es total in Ordnung zu sein, dass unser Überwachungsstaat außer Rand und Band ist, so wie die Informationen über das Projekt Absinth es nahelegen, mit dem die Überwachungs-Kapazitäten erheblich erweitert werden sollen“, kritisierte Thingilouthis.

Bereits am Sonntag kommentierte der rechtsextreme, sogenannte „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“ auf Facebook die Aktion der Partei: „Morgen läuft dieser anarchistische Pöbel auf dem Albaniplatz auf, um sich über hunderttausende unschuldiger Todesopfer in Dresden lustig zu machen.“ Und kündigte an: „Wir werden berichten...“.

Streifenwagen vor der Stadthalle

Die Polizei habe die Veranstaltung „im Rahmen der Alltagsorganisation im Blick, und wir werden uns natürlich einen Eindruck darüber verschaffen, was vor Ort passiert“, hatte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz vorab angekündigt. Das schließe auch etwaige „Besuche“ von Angehörigen des „Freundeskreises“ mit ein. Ein Streifenwagen stand während der Veranstaltung an der Stadthalle.

Der Kreisverband der Partei „Die Partei“ hatte bereits im November für 2017 weitere Mahnwachen in Göttingen angemeldet und sich das Vorrecht auf den Bahnhofsvorplatz sowie den Albaniplatz zu „besonders beliebten Veranstaltungszeiten“ gesichert.

Nach dem Auftakt am Montag sind auch die anderen Veranstaltungstage Termine, die vor allem bei rechtsextremen Gruppierungen für ihre Demonstrationen beliebt sind: 20. April (Geburtstag Adolf Hitlers), 1. Mai (von Nationalsozialisten 1933 eingeführter Feiertag), 17. August (Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß) und 9. November (Pogromnacht 1938). Die Stadtverwaltung hat die Anmeldungen dafür bestätigt. Die Partei rechnet bei ihrer Veranstaltungsreihe mit einer Teilnehmerzahl von 18 bis 88 Personen.

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