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Göttingen Kunstvermittler begrüßen KuQua-Entwicklung
Die Region Göttingen Kunstvermittler begrüßen KuQua-Entwicklung
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15:29 17.05.2018
Die Baustelle des KuQua in der Düsteren Straße. Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Um mindestens eine Million Euro wird sich der Bau des KuQua wohl verteuern, bis zu einer Million Euro will der Eichsfelder Unternehmer Hans Georg Näder beisteuern. Das habe er per Mail in Aussicht gestellt, verkündete Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) während der Sitzung des Rates am Mittwoch.

Der Göttinger Galerist Oliver Ahlers begrüßt diese Entwicklung. „Auf jeden fall weitermachen“, sagt Ahlers. „Wenn Leute mitmachen, die Geld haben, ist das gut.“ Gerade in dieser Zeit von Migration und Rechtsruck sei Kultur noch wichtiger. „Da sollten sechs Millionen Euro kein Problem sein.“ Über die Kostensteigerung zeigt er sich nicht überrascht, „das war doch klar“. Ahlers’ Galerie befindet sich an der Düsteren Straße in unmittelbarer Nachbarschaft des Grundstücks, auf dem das KuQua gebaut werden soll.

„Positive Entwicklung“

Helmut Wenzel, Geschäftsführer des Kunstvereins Göttingen, nennt die angekündigte Näder-Spende eine „positive Entwicklung, weil sie der Diskussion die Spitze nimmt“. Er schätzt das KuQua als „unglaubliche tolle Bereicherung der Museums- und Ausstellungslandschaft. Für den Kunstverein biete das Projekt eine „wunderbare Perspektive“, denn er könne vielleicht in das Kunstquartier integriert werden. Immerhin produziere seine Institution „fünf durchfinanzierte Ausstellungen jährlich“. Über die Folgekosten, die ein Betrieb des neuen Ausstellungsgebäudes brächten, müsste allerdings noch nachgedacht werden, so Wenzel.

Kontrovers diskutiert

Darauf verweist auch Reinhard Irmscher, Vorsitzender des Vereins Künstlerhaus, der das Lichtenberg-Haus, Gotmarstraße 1, verwaltet und dessen Zweck die Förderung von Künstlern aus der Region Südniedersachsen ist. Gleich zu Beginn betont Irmscher, dass das KuQua innerhalb des Künstlerhauses durchaus kontrovers diskutiert würde. Er als Vorsitzender vertritt die Meinung, dass es „grundsätzlich sinnvoll ist, einen Ausstellungsraum zu haben, so wie das KuQua konzipiert ist“.

Problematische Betriebskosten

Als problematisch sieht Irmscher allerdings die Betriebskosten bei laufendem Betrieb an. „Ich weiß, was Ausstellungen kosten“, erklärt Irmscher. Sollten beispielsweise Werke US-amerikanischer Fotografen ausgestellt werden, kämen „horrende Summen“ zusammen. Sollte das KuQua erst eröffnet sein, könne es nach einem halben Jahr nicht wieder geschlossen werden. Dann müssten sich die Verantwortlichen bei der Stadt um neue Geldquellen umsehen – und könnten nur im städtischen Haushalt fündig werden, so Irmscher. Die städtische Förderung des Künstlerhauses sei bis 2021 festgelegt. Was danach komme, sei unklar. Und fragt Irmscher auch, „ob Göttingen grundsätzlich ein guter Standort für Bildende Kunst ist“.

„Ein großartiges Projekt“

Bei Kunstinstitutionen außerhalb Südniedersachsens ist übrigens der Plan, in Göttingen eine Ausstellungshalle aufzubauen, kaum angekommen, wie eine Tageblatt-Umfrage ergab. Aus dem Umfeld der Kunstvereine in Kassel und Hannover wusste niemand davon, wohl aber Bettina Ruhrberg, Chefin des Mönchehaus-Museum in Goslar. Der Steidl-Verlag sei doch ein Leuchtturm in der Region und der Bau der Kunsthalle „ein großartiges Projekt“, erklärte sie. „Alles, was die Kunst in der Region stärkt, begrüße ich.“ Und mit Blick auf Göttingen fügte sie an: „In Sachen Kunst gibt es noch Luft nach oben.“

Von Peter Krüger-Lenz

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