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Göttingen Kurioses aus dem Klingelbeutel in Gieboldehausen zu sehen
Die Region Göttingen Kurioses aus dem Klingelbeutel in Gieboldehausen zu sehen
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18:42 02.06.2015
Nimmt die kuriosen Funde mit Humor: Pastor Jens-Arne Edelmann aus Gieboldehausen. Quelle: Schauenberg
Göttingen/Eichsfeld

Beim Bonbon liege es nahe, dass ein Kind auch etwas Gutes tun wollte. Die Ähren stünden für Fruchtbarkeit und hätten ebenfalls einen guten Ursprung. Die vielen Geldstücke unterschiedlicher Herkunft ließen darauf schließen, dass der Geber sie vielleicht aus dem Urlaub mitgebracht hat.

 
Auch einen einfachen Fehlgriff kann Edelmann gut nachvollziehen – aus eigener Erfahrung. „Ich habe in meiner Studienzeit aus Versehen einen 100-DM-Schein anstatt eines Zehners in den Klingelbeutel geworfen“, gibt er zu. Dies sei besonders unangenehm gewesen, weil er diesen im Anschluss zurückverlangen musste. „Als Student war ich auf das Geld angewiesen“, erklärt er.

 
Auch in anderen Teilen der Region hat schon mancher Blick in den Klingelbeutel für Verwunderung gesorgt. Viele Jahre hat Maria Bittner die Kollekte bei der katholischen Pfarrgemeinde St. Elisabeth in Hann. Münden eingesammelt. Dabei seien ihr oft ausländische Münzen in die Hände gefallen, vor allem polnische Zloty, erzählt sie. „Die geben wir in die Mission.“ Der kurioseste Fund sei einmal eine Münze aus der Göttinger Universitätsmensa gewesen.

Fotos: Schauenberg

Rita Kraft, Pfarramtssekretärin bei der evangelisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde Münden, kümmert sich oft um die Kollekte. „Ich finde immer mal wieder Einkaufswagenchips, und im Herbst gerne auch mal Nüsse“, erzählt sie und lacht. Auch ausländische Münzen seien immer mal wieder dabei. „Die bringen die Menschen wahrscheinlich aus dem Urlaub mit und wissen sonst nicht, was sie damit tun sollen“, vermutet sie. Wertlose Münzen gebe sie ihren Enkelkindern oder den Kindern im Kindergarten für ihre Kaufmannsläden. Ansonsten seien die Mündener aber sehr spendabel und „geben gerne auch richtiges Geld“, sagt Kraft.

 
„Bonbons gab es bei uns leider nicht, aber dafür ein besonderes Highlight”, sagt Pfarrer Franz Kurth von der katholischen Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Northeim. „Beim Auszählen der Kollekte hielt ich plötzlich eine schwarze Münze in der Hand.“ Aufgrund des hohen Gewichtes der Münze wurde er neugierig und kratze die schwarze Patina ab, bis eine Zahl am unteren Rand des Talers zu sehen war. „1898“, rief er verblüfft. Er hielt einen echten Goldtaler aus Kaiserszeiten in den Händen. Eine schöne Übberraschung, die er für 300 Euro an einen Münzsammler verkaufte. „Das hat die Kollekte glatt verdoppelt“, sagt er.

 

Von Kay Weseloh und Andreas Fuhrmann

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