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Göttingen Land Niedersachsen verkauft Göttinger Villa in Toplage
Die Region Göttingen Land Niedersachsen verkauft Göttinger Villa in Toplage
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00:45 01.11.2013
Von Michael Brakemeier
Baujahr 1910: Das Land Niedersachsen will die Göttinger Ostviertel-Villa in der Baurat-Gerber-Straße für mindestens 1,2 Millionen Euro verkaufen. Quelle: Pförtner
Göttingen

Das Land Niedersachsen will sich von dem Haus Baurat-Gerber-Straße 4/6 trennen, in dem bis zum Frühsommer das Pädagogische Seminar der Universität untergebracht war.

Preisvorstellung? „Mindestens 1,2 Millionen Euro“, sagt Joachim Kühn vom Landesliegenschaftsfonds, der das Gebäude verwaltet. So steht es auch in dem Verkaufsexposé, das, seitdem der Hausverkauf öffentlich gemacht wurde, bereits 80-mal von Kaufinteressenten angefordert worden sei, so Kühn. Fast ebenso viele hätten sich bei den drei Besichtigungsterminen das Haus angeschaut. „Ein bunter Mix aus Firmen, Selbstständigen und Privatpersonen“, beschreibt Kühn die Interessenten. Die Resonanz sei gut.

Haus eines Tuchfabrikanten

Die freistehende Villa wurde laut Exposé 1910 als Wohnhaus von Hermann Bartold Levin, einem Sohn des Göttinger Tuchfabrikanten Hermann Albert Levin, gebaut. Heute steht die Villa, im Gegensatz zu dem 1949 gebauten Nebenhaus, „innen wie außen“, wie Kühn erläutert, unter Denkmalschutz. Für die Häuser gilt: „Der bauliche Zustand der beiden Gebäude ist befriedigend. Es besteht geringfügiger Unterhaltungsstau und allgemeiner Renovierungsstau beziehungsweise Modernisierungsbedarf.“

Die künftige Nutzung der beiden Häuser gibt der Bebauungsplan vor. Danach liegen die Gebäude in einem allgemeinen  Wohngebiet. Neben Wohnungen sind Läden zur Versorgung des Viertels, Gaststätten, nicht störende Handwerksbetriebe, Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke sowie Räume für Freiberufler und Verwaltungen möglich. Ausnahmen für „Betriebe des Beherbergungswesens“ können erteilt werden.

Gebote bis zum 10. November

Gebote können noch bis zum 10. November abgegeben werden. Entscheidend sei das höchste Gebot, so Kühn. Allerdings, so heißt es im Exposé, behalte das Land „volle Entscheidungsfreiheit“, wann, an wen und zu welchen Bedingungen verkauft werde. Auch könne das Land die Höchstbietenden zu Nachgeboten auffordern. Das letzte Wort hat dann der niedersächsische Landtag. Der muss bei Verkäufen ab einer Million Euro zustimmen.

Bei der Umwandlung der Göttinger Universität in eine Stiftungsuni vor zehn Jahren war das Gebäude im Besitz des Landes geblieben. In diesem Jahr ist das dort jahrelang ansässige Pädagogische Seminar komplett in den Waldweg 26 gezogen. Im Rahmen eines Ringtausches, der durch den Neubau des Kulturwissenschaftlichen Zentrums ausgelöst wurde, habe die Uni das Landesgebäude nun räumen müssen, sagt Uni-Sprecher Romas Bielke.

Überlegungen seitens der Uni, das Gebäude angesichts steigender Studierendenzahlen zum Wintersemester und knappen Wohnraums für eine Übergangszeit wohnungssuchenden Studenten als provisorische Unterkunft zur Verfügung zu stellen, hat es offenbar nicht gegeben. Bielke bestätigt: „Nein, da das Land Eigentümer ist.“ Auch Kühn gibt an, dass in es diese Richtung keine Gespräche zwischen Uni und Land gegeben habe. Man wolle das Gebäude nun schnell verkaufen.

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