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Göttingen Landesforsten präsentieren ihre Naturwald-Areale
Die Region Göttingen Landesforsten präsentieren ihre Naturwald-Areale
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19:37 12.05.2011
Mitten im Urwald: Meyer, Morgenstern und Rudolph. Quelle: Hinzmann

Im Internationalen Jahr der Wälder wollen die Niedersächsischen Landesforsten einige ihrer wilden Wälder vorstellen. 106 sogenannte Naturwälder gibt es im ganzen Land, fünf davon im Bereich Göttingen. Vier Flächen sind in der Zuständigkeit des Niedersächsischen Forstamtes Reinhausen. Der Totenberg gehört zum Niedersächsischen Forstamt Münden.

Ein Besuch im Naturwald „Fuchslöcher“ bei Mackenrode, benannt nach einer geologischen Besonderheit: Durch das Aufeinandertreffen von Röt als unterer Erdschicht und darüber liegendem Kalk zeichnet sich der Wald durch ein hügeliges Profil aus. Tiefe Erdeinbrüche sind die Folge dieser Schichtenkonstellation. Seit 1974 sind die Fuchslöcher sich selbst überlassen, regelmäßig besucht von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, die das Verwildern der ausgewiesenen Naturwälder wissenschaftlich begleitet.

Es ist dunkel im Urwald, die rund 150 Jahre alten Buchen bilden ein dichtes Blätterdach. „Die Kronen sperren das Licht aus“, erklärt Peter Meyer, Leiter des Sachgebietes Wald-Naturschutz und Naturwaldforschung bei der Versuchsanstalt. Wer im Ur- oder Naturwald ein Dickicht aus Gehölzen und Farnen sowie eine Vielzahl an Baumarten erwartet, wird enttäuscht: Er sieht Buchen, wohin sein Auge fällt.

„Andere Bäume haben kaum eine Chance, sich durchzusetzen“, sagt Meyer. „Die Buche geht mit Konkurrenz schonungslos um“, ergänzt Michael Rudolph, Sprecher Niedersachsen-Süd der Landesforsten. Nur dort, wo einer der großen Bäume von Sturm oder Alter dahingerafft wurde, fällt so viel Licht auf den Waldboden, dass einzelne Berg- oder Spitzahorne sowie Bergulmen aufwachsen können.

Seit 1972 weisen die Landesforsten in ganz Niedersachsen Naturwälder aus. Von Beginn an gehört der Hünstollen bei Bovenden zu den beobachteten Flächen. Im gleichen Jahr wurde das Areal Königsbuche als künftiger Urwald festgelegt. Zwei Jahre später folgten die Fuchslöcher. 1989 kamen die Flächen Totenberg und Pferdekrippe hinzu. Umzäunt und verschlossen sind die Waldgebiete nicht, lediglich eine Beschilderung weist die Naturwälder aus. „Wir möchten hier aber ausdrücklich keinen Waldtourismus“, betont Rudolph. Eine Warnung für neugierige Besucher kommt von Meyer: Waldgebiete, aus denen sich die Forstwirtschaft heraushalte, seien für Spaziergänger nicht ungefährlich.

Besuch im Wald

Niedersachsens Urwälder heißen Naturwälder. Im Internationalen Jahr der Wälder werden am Sonntag, 15. Mai, Führungen durch solche Areale angeboten. Auch einer der fünf Naturwälder bei Göttingen wird vorgestellt. Unter Tageblatt-Lesern werden heute, Freitag, zwischen 9 und 11 Uhr unter der Telefonnummer 01 37 / 8 60 02 73, vier mal zwei Eintrittskarten für eine solche Führung verlost (50 Cent pro Minute pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunknetz wird es teurer). Teilnehmer müssen folgende Frage beantworten: Wann wurden im Bereich Göttingen die ersten Naturwaldflächen ausgewiesen? Bitte hinterlassen Sie auf dem Band die Lösung, Namen, Adresse und Telefonnummer.

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