Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Landgericht Göttingen: Autoschieber bekommen Bewährungsstrafen
Die Region Göttingen Landgericht Göttingen: Autoschieber bekommen Bewährungsstrafen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 09.02.2013
Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Göttingen / Northeim

Das Landgericht Göttingen schloss sich im Berufungsprozess nach 22 Verhandlungstagen dem Schuldspruch des Amtsgerichts Northeim an: Haftstrafen von zwei, noch einmal zwei und einem Jahr, neun Monaten wurden verhängt.

Demnach haben die 49, 48 und 28 Jahre alten Männer einen damals bereits von seinem Arbeitgeber gekündigten Verkäufer der Northeimer Firma dazu genötigt, die Schlüssel und Papiere von zehn Fahrzeugen im Wert von 160 000 Euro herauszugeben. Dann sei der Verkäufer gezwungen worden, mit nach Polen zu kommen, wohin neun der zehn Wagen geschafft wurden.

Mit gerade einmal 2500 Euro in der Tasche habe das Täter-Trio den Verkäufer dann einfach in Polen sitzen lassen. Monate später kehrte er heim, stellte sich über seinen Anwalt der Polizei und belastete die jetzt Verurteilten.

Vom Blitzer erwischt

Umstritten war, wer sich eigentlich den Coup ausgedacht und wer die Tatherrschaft hatte. Die drei jetzt Verurteilten hatten es so dargestellt, als hätten sie dem Autoverkäufer lediglich geholfen, Fahrzeuge zu überführen. Dass sie gestohlen waren, hätten sie allenfalls geahnt. Immerhin hatte einer der Angeklagten am Tag vor der Tat in einer Göttinger Striptease-Bar noch Fahrer für die Überführung angeworben.

Ein anderer, gebürtiger Pole, hatte seine Kontakte genutzt und die Tat finanziert. Der Dritte, ein Pole, spannte Familienmitglieder für die Überführung ein.

Zum Verhängnis wurde den Autoschiebern ausgerechnet ihre Raserei. Sie waren erst in eine Radarfalle und darauf in Streit geraten, wie es weiter gehen soll. Der 48-Jährige setzte sich durch und brachte seinen gestohlenen und fabrikneuen Geländewagen noch in derselben Nacht zurück und stellte ihn auf den Hof des bestohlenen Autohauses – mit 1600 Kilometern auf dem Tacho und gestohlenen Nummernschildern, die von einem Gebrauchtwagen stammten.

Die Blitzfotos und Geodaten der Handys der Angeklagten spielten im Prozess eine entscheidende Rolle, deren Beteiligung an der Polenfahrt zu beweisen.

Nur die Versicherung hat sich bemüht

Die Verteidiger hatten vergeblich darauf aufmerksam gemacht, dass doch eigentlich alle entscheidenden Schritte – die Auswahl der Wagen, die Beschaffung der Kennzeichen, die Vorsichtsmaßnahmen, um nicht entdeckt zu werden – von dem bereits milde verurteilten Autoverkäufer ausgegangen seien.

Auch habe die Firmenleitung kein Interesse gezeigt, die Wagen zurück zu erhalten. Man wisse nicht einmal, wo sie geblieben sind. Lediglich die Versicherung, die den Verlust zahlen sollte, hatte sich um Aufklärung bemüht. Erst deren Privatdetektiv hatte entscheidenden Anteil an der Aufklärung. Die Verteidiger haben Revision angekündigt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD) soll neben Gesprächen über eine Triangel-Lösung in der Region auch mit dem Landkreis Osterode über eine Zweier-Fusion verhandeln. Diesen erweiterten Verhandlungsauftrag beschloss der Kreistag am Mittwochabend mit rot-grüner Mehrheit. Alle anderen Fraktionen stimmten dagegen.

09.02.2013

Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab einem Jahr, der ab August gilt, scheint der Göttinger Stadtverwaltung zunehmend Kopfzerbrechen zu bereiten. Mindestens 230 Plätze werden zum Stichtag fehlen, eine Klagewelle droht. Daher verhandelt die Stadt derzeit mit den freien Trägern einen neuen Leistungs- und Budgetvertrag.

09.02.2013

Ein Dieb hat in der Nacht zum Montag die Volière eines Hobbyzüchters an der Kasseler Landstraße aufgebrochen und daraus 17 Ziervögel gestohlen. Die Angaben gehen etwas auseinander, weil die Polizei 15 Kanarienvögel und zwei Zierfinken bestätigt, der Züchter aber von nur zwei Kanarienvögeln spricht.

06.02.2013
Anzeige