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Göttingen Landgericht Göttingen verurteilt 56-Jährigen zu Bewährungsstrafe
Die Region Göttingen Landgericht Göttingen verurteilt 56-Jährigen zu Bewährungsstrafe
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00:19 25.09.2017
Abrechnungsbetrug mit Metallschrott: Unternehmen aus dem Kreis Göttingen soll um mehr als 270000 Euro betrogen worden sein. Quelle: ddp
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Göttingen

Seine mitangeklagte 52-jährige Ehefrau wurde frei gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 56-Jährigen vorgeworfen, gemeinsam mit zwei bereits verurteilten Mittätern ein Unternehmen aus dem Kreis Göttingen um mehr als 270000 Euro betrogen zu haben. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn die Vorwürfe eingeräumt. Seine Ehefrau habe dagegen nur die Buchhaltung gemacht und nichts von den Manipulationen gewusst.

Unternehmen erstattet Strafanzeige

Der geschädigte Gewerbebetrieb hatte jahrelang durch die von den Angeklagten betriebenen Metallhandelsfirmen große Mengen Metallschrott von seinen Standorten in Südniedersachsen und Nordhessen abholen lassen. Im Herbst 2015 erstattete das südniedersächsische Unternehmen Strafanzeige, weil es Hinweise auf Manipulationen gab. Bei einer Durchsuchung stieß die Polizei auf zwei präparierte Container, in deren Boden eine schwere Stahlplatte eingeschweißt war. Diese hatten die Angeklagten den Ermittlungen zufolge immer dann eingesetzt, wenn sie erstmals zu einem Betriebsstandort ihres Auftraggebers fuhren. Bei den weiteren Abtransporten wurden dann „normalgewichtige“ Container verwendet.

Der Trick dabei: Die Lastwagen wurden zumeist nur beim ersten Einsatz auf dem jeweiligen Betriebsgelände im Leerzustand gewogen. Danach wurde der Lkw nur noch im beladenen Zustand gewogen, wenn er das Gelände verließ. Da beim ersten Wiegen aufgrund der Manipulationen Gericht verurteilt ein deutlich höheres Leergewicht gespeichert worden war, wurde die Ladung der „normalen“ Container jeweils zu niedrig berechnet. Insgesamt wurden mehr als 1100 Tonnen Altmetall abtransportiert, für die das südniedersächsische Unternehmen keinen Cent erhielt. Die Angeklagten hatten die Metalle dann gewinnbringend weiterverkauft.

Prozess deutlich verkürzt

Bereits im Mai hatte das Landgericht Göttingen in einem ersten Prozess einen 52-jährigen Betreiber einer Metallhandelsfirma zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Betruges in 189 Fällen verurteilt. Seine 46-jährige frühere Lebensgefährtin erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Der zweite Prozess ging sehr viel schneller zu Ende, weil die Verfahrensbeteiligten eine Verständigung getroffen hatten, so dass sich der Prozess deutlich verkürzte.

Von Heidi Niemann

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