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Göttingen Landgericht Göttingen verurteilt vier junge Männer wegen Einbruchs
Die Region Göttingen Landgericht Göttingen verurteilt vier junge Männer wegen Einbruchs
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17:00 09.11.2018
Im Prozess um einen Wohnungseinbruch in Göttingen ist ein Urteil gefallen. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Zwei Monate nach Beginn des Prozesses um eine Serie von Wohnungseinbrüchen in Göttingen und Rosdorf hat das Landgericht Göttingen am Donnerstag das Urteil verkündet. Die Kammer befand die vier Angeklagten des gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchsdiebstahls für schuldig, allerdings nur in einem einzigen Fall. Bei den übrigen neun angeklagten Fällen sei den Angeklagten eine Täterschaft dagegen nicht mit ausreichender Sicherheit nachzuweisen gewiesen. Das Gericht verurteilte den bereits mehrfach vorbestraften 30-jährigen Hauptangeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Bewährungsauflage muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die drei Mitangeklagten – ein 22-Jähriger aus Bremen und zwei 22 und 23 Jahre alte Männer aus Göttingen – wurden zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Die Angeklagten waren Ende August 2016 nach einem Einbruch in ein Wohnhaus in Göttingen auf frischer Tat ertappt worden. Nach Überzeugung der Kammer hatten sie sich abends in Geismar getroffen und den Einbruch gemeinsam geplant. Der 29-Jährige habe einen Rucksack dabei gehabt, in dem sich ein Kuhfuß, zwei Schraubendreher und Handschuhe befanden. Während der 23-Jährige draußen „Schmiere“ gestanden habe, hätten die anderen Angeklagten mit einem Stein eine Fensterscheibe im Souterrain eines Wohnhauses eingeworfen und seien so ins Haus gelangt. Dort hätten sie mehrere Münzen, eine Uhr und eine Kette eingesteckt.

Polizei stellte die Einbrecher

Weiter kamen sie nicht, weil eine Zeugin verdächtige Geräusche gehört und die Polizei alarmiert hatte. Der 29-Jährige versuchte noch, über das Dach zu flüchten, wurde aber ebenso wie die drei Mitangeklagten von den Beamten gestellt.

Das Gericht wich mit seinem Urteil vom Antrag der Staatsanwaltschaft ab. Diese hatte für den 29-Jährigen wegen vier Einbrüchen eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten beantragt. Zwei weitere Angeklagte sollten 100 beziehungsweise 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und einen sozialen Trainingskurs absolvieren, ein weiterer eine Geldauflage von 1200 Euro bekommen. Die Verteidigung des Hauptangeklagten plädierte dagegen auf eine siebenmonatige Bewährungsstrafe. Für die anderen Angeklagten beantragten die Verteidiger 100 beziehungsweise 30 Stunden gemeinnützige Arbeit plus einen sozialen Trainingskurs, für den vierten forderten sie einen Freispruch.

Diebesgut im Keller des Angeklagten

Die Polizei hatte damals im Zuge ihrer Ermittlungen bei Durchsuchungen im Keller eines Angeklagten Diebesgut entdeckt, das aus einem anderen Einbruch stammte. Außerdem stießen sie bei der Auswertung des Mobiltelefons des 29-Jährigen auf diverse Fotos von Gegenständen, die ebenfalls bei Wohnungseinbrüchen gestohlen worden waren. Dieser hatte außerdem zwei gestohlene Rennräder weiterverkauft. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft den Angeklagten deshalb insgesamt zehn Wohnungseinbrüche in den Sommermonaten 2016 vorgeworfen. Nach Ansicht des Gerichts ließ sich aber nicht aufklären, wie die gestohlenen Gegenstände in den Besitz der Angeklagten gelangt waren. Deshalb reichten die Indizien für eine Verurteilung nicht aus.

Von Heidi Niemann

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