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Göttingen Gericht verurteilt 27-Jährigen zu vier Jahren Freiheitsstrafe
Die Region Göttingen Gericht verurteilt 27-Jährigen zu vier Jahren Freiheitsstrafe
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13:12 27.11.2018
Überfallen und ausgeraubt: Gericht verurteilt 27-Jährigen zu vier Jahren Freiheitsstrafe. Quelle: dpa
Göttingen

 Die Kammer befand den 27-Jährigen unter anderem des schweren Raubes, der gefährlichen Körperverletzung und des Computerbetruges für schuldig. Weil er einen Hang zum Cannabis-Konsum hat, ordnete das Gericht zudem seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Ein 20-jähriger Mitangeklagter erhielt wegen seiner Beteiligung an den beiden Raubüberfällen sowie weiterer Delikte eine Jugendstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Revolver vorgehalten

Die beiden Angeklagten hatten in dem Prozess zunächst keine Angaben gemacht, dann aber ein Geständnis abgelegt. Nach Ansicht des Gerichts haben sich die Anklagevorwürfe im Wesentlichen bestätigt.

Demnach hatten die Angeklagten im März 2016 gemeinsam mit einem bislang unbekannten Dritten kurz vor Mitternacht an eine Wohnungstür im Göttinger Stadtteil Weende geklopft. Als der Wohnungsinhaber die Tür öffnete, habe der 27-Jährige ihm einem ungeladenen Revolver vorgehalten und ihm mindestens einmal eine Backpfeife verpasst.

Während der Überfallene auf dem Sofa Platz nehmen musste, durchsuchten die Männer seine Wohnung und machten sich anschließend mit rund 150 Euro Bargeld und einer Sporttasche wieder davon.

Androhung von Gewalt

Zweieinhalb Wochen später suchten die Angeklagten erneut die Wohnung in Weende auf. Diesmal gaben sie sich als Paketboten aus. Nachdem der Wohnungsinhaber die Tür einen Spalt weit geöffnet hatte, soll der 27-Jährige die Tür aufgedrückt haben und gemeinsam mit den beiden anderen Männern in die Wohnung eingedrungen sein.

Nachdem sie ein Smartphone und eine EC-Karte gefunden hatten, soll der 27-Jährige dem Mann einen Faustschlag versetzt und ihn unter Androhung von Gewalt dazu gezwungen haben, ihm die PIN-Nummer zu nennen. Anderenfalls würden sie ihn fesseln. Später hoben sie mit der erbeuteten EC-Karte an einem Geldautomaten 140 Euro vom Konto des Überfallenen ab.

„Es war eine gute Entscheidung auszupacken“

Mit dem am dritten Verhandlungstag abgelegten Geständnis habe der Prozess eine gewisse Wende genommen, sagte der Vorsitzende Richter Michael Kalde. Da die Angeklagten offenbar einen Sinneswandel vollzogen hätten, habe das Gericht einen anderen Blick auf ihre Person werfen können. „Es war eine gute Entscheidung auszupacken“, sagte Kalde. Die Kammer hielt den Angeklagten insbesondere zugute, dass diese inzwischen drogenfrei sind.

Aussetzung zur Bewährung

Die Taten seien allerdings als schwerwiegend zu werten, meinte der Richter. Dass die Angeklagten zwei Wochen nach dem ersten Überfall erneut bei dem überfallenen Mann in die Wohnung eindrangen, „das ist schon der Hammer“.

Das Gericht wertete zudem zulasten des 27-Jährigen, dass er mehrfach vorbestraft ist und zur Tatzeit unter Bewährung stand. Auch die schwerwiegenden Folgen für das Opfer, das er beschimpft und beleidigt habe, schlugen zu Buche.

Der 20-Jährige erhielt eine deutlich moderatere Strafe, weil er nach Jugendrecht verurteilt wurde, bei dem der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht. Der Angeklagte habe inzwischen eine positive Entwicklung durchlaufen, dies sollte ihm trotz der schwerwiegenden Taten nicht verbaut werden. Die Aussetzung zur Bewährung sei aber kein Selbstläufer, betonte der Richter. Man erwarte, dass er „auf Kurs“ bleibe.

Von Heidi Niemann

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