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Göttingen Landkreis soll Vorreiter bei der Ausbildung von Erziehern werden
Die Region Göttingen Landkreis soll Vorreiter bei der Ausbildung von Erziehern werden
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00:24 01.09.2018
Soll verbessert werden: die Erzieherausbildung im Landkreis. Quelle: dpa
Göttingen

Die Gruppe SPD/Grüne/FWLG hat einen Antrag zur nächsten Kreistagssitzung gestellt, nach dem sich der Landkreis für ein Pilotprojekt „Duale Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern“ bewerben soll. In dem zum Beschluss gestellten Antrag heißt es, dass der Kreistag seine Bereitschaft erklären soll, bei Bedarf gemeinsam mit dem Land Niedersachsen in ein solches Pilotprojekt einzusteigen. Allerdings mit einer Einschränkung: „Voraussetzung ist eine Beteiligung des Landes an der Finanzierung der Ausbildungsvergütung analog zu den bestehenden Finanzhilferegelungen.“

Man begrüße „die gemeinsamen Bemühungen der Landesregierung, des Niedersächsischen Landkreistages und des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes hinsichtlich einer grundlegenden Reform der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern“ und unterstütze deren Absicht, diese künftig auch als duale Ausbildung zu organisieren. In diesem Zusammenhang sei die signalisierte grundsätzliche Absicht der Landesregierung, ab dem Jahr 2019 das Schulgeld an privaten Ausbildungsanstalten für Erzieherinnen und Erzieher zu übernehmen, „ein erster richtiger Schritt.“

Alle bildungspolitischen Untersuchungen des letzten Jahrzehnts betonten die Notwendigkeit einer qualitativ hochwertigen Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern als erste Bildungsvermittler in den häufig sehr heterogenen Gruppenstrukturen in den Kindertagesstätten, führt die Gruppe weiter aus. Bei einer dualen Ausbildung dürfe es keine Verschlechterung des Ausbildungsniveaus geben. „Hierzu gehört insbesondere auch, dass Ressourcen für eine qualifizierte Ausbildung in den Kindertagesstätten selbst zur Verfügung gestellt und die erforderlichen Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden.“

Im Antragstext heißt es weiter: „Der Kreistag begrüßt die Absicht der Landesregierung, neben der beschlossenen Beitragsfreiheit in den Kitas auch die Übernahme der Ausbildungskosten für künftige Erzieherinnen und Erzieher und ein besseres Verhältnis zwischen Fachkraft und Kind umzusetzen. Erzieherinnen und Erzieher sind die Experten für frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung. Der Beruf ist anspruchsvoll und fordernd und muss künftig einen noch höheren Stellenwert in der Gesellschaft innehaben. Dies sollte sich perspektivisch auch in einer angepassten und verbesserten Bezahlung spiegeln.“

Zur Begründung ihres Vorschlags stellte die Gruppe fest, dass nach neueren Berechnungen momentan mehrere Tausend Erzieherinnen und Erzieher fehlten, die für eine qualifizierte Arbeit in den Kitas eigentlich notwendig seien. Verschiedene Maßnahmen seien notwendig. „Eine dieser Maßnahmen ist die Befreiung von Schulgeld für die Ausbildung. Gleichermaßen notwendig ist aber nach Überzeugung der verschiedenen kommunalen Spitzenverbände eine zumindest teilweise Umstellung der Ausbildung auf ein duales System, die neben der bisherigen Fachschulausbildung eine qualifizierte und praxisnahe Ausbildung ermöglicht.“

Eine solche Umstellung lasse eine verstärkte Nachfrage nach einer Ausbildung und späteren Beschäftigung im Kita-Bereich erwarten und stärke auch über einen verbesserten Betreuungsschlüssel die Bildungsqualität dieser Einrichtungen, so die Antragssteller.

Bei der Mitgliederversammlung des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes im Juni in Hattorf (wir berichteten) hatte Ministerpräsident Weil betont, dass der Erzieherberuf – wie auch andere soziale Berufe – attraktiver gemacht werden müsse, „und zwar von Anfang an“. Der Ministerpräsident plädierte deshalb ausdrücklich für eine grundlegende Reform der Ausbildung von Erziehern: „Wir müssen zu einem System mit Ausbildungsvergütung kommen und wo von Anfang an gearbeitet wird.“ Ziel müsse die Dualisierung auch dieser Berufsausbildung sein.

Von Martin Baumgartner

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