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Göttingen Landkreis und Comalapa: Fünf Jahre Partnerschaft
Die Region Göttingen Landkreis und Comalapa: Fünf Jahre Partnerschaft
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00:31 08.04.2018
Landrat Bernhard Reuter (2.v.l.) sowie weitere Vertreter des Landkreises empfangen Repräsentanten aus San Juan Comalapa. Quelle: Hartwig
Göttingen

Begleitet wurde die Delegation aus Südamerika vom Botschafter Guatemalas in Berlin, José Francisco Calí Tzay. In seiner Rede zur Begrüßung beschrieb Reuter die Freundschaft des Landkreises zur Hochlandgemeinde Comalapa als ein „Geschenk und eine dauernde Aufgabe“. Es gehe bei dem Treffen darum, die Partnerschaft zu vertiefen, und rauszufinden, wo und wie man zusammen arbeiten könne. Ein Besuch und ein Wissensaustausch von Fachleuten aus Comalapa, die sich in Göttingen über Abfallentsorgung informieren, könnte zum Beispiel durch die Servicestelle „Kommunen in der einen Welt“ finanziert werden.

Comalapa leidet unter Wassermangel

Pichia, der von den Maya abstammt, ist seit drei Jahren Bürgermeister von Comalapa. Er teilte mit, dass seine Gemeinde unter Wassermangel leidet. Ein besserer Zugang zu Wasser sei notwendig, es gebe nur zwei oder drei Aufbereitungsanlagen. Mehrere seien nötig, um die Umwelt zu schützen. Die Gemeinde arbeite daran, organischen Dünger zu entwickeln. Eine wichtige Aufgabe sei die Aufforstung. Der guatemaltekische Bürgermeister beschäftigt dafür kein Unternehmen. Die Bürger pflanzen die Bäume selbst. Das wusste Reuter zu schätzen, der darauf hinwies, dass mit Martin Worbes (Grüne) auch ein Forstexperte anwesend sei. Die Kreisrätin Christel Wemheuer kenne sich in Sachen Ökologie und Umweltschutz aus.

Kontakte zwischen Comalapa und Göttingen gibt es schon seit 1997. Als Norbert Hasselmann zusammen mit seinem Sohn das Land mehrfach bereiste, kam er durch Zufall mit der Maya-Frauen-Organisation „CODIMM“ in Kontakt, die kleine Kredite für örtliche Unternehmen vergab. Hasselmann sah, dass man der Organisation auch ohne viel Geld, mit einer Göttinger Schirmherrschaft sehr gut unterstützen konnte. Er gründetet den Verein zur Förderung der Partnerschaft mit den Mujeres Mayas (VMM) der der Partnerschaft mit Codimm dienen sollte. Die Bevölkerung Guatemalas litt bis in das Jahr 97 unter 36 Jahren Bürgerkrieg. Ziel der Vereinsgründung war, Menschen zusammenzuführen, die die verarmten Teile der Bevölkerung Guatemalas unterstützen. Besonders die ärmeren Landbewohner, die zu den etwa 20 Maya-Ethnien gehören.

Deutsche Ärzte bilden Personal aus

Die Hilfe ist humanitär, sozial und kulturell unterstützend. Der Verein baute eine Ambulanzklinik für Allgemeinmedizin, in der deutsche Ärzte Personal ausbilden. Die Klinik könne nun selbstständig die grundlegende Versorgung der Bevölkerung sichern, erläuterte Hasselmann. Der Verein baute eine bilinguale Maya-Schule, und er half, die Trinkwasserversorgung in einem Dorf der Gemeinde Comalapas sicher zu stellen. Der Verein unterstützte den Bau einer Geburtsklinik für eine Hebammenorganisation in Comalapa und hilft der örtlichen Feuerwehr.

Der guatemaltekische Botschafter Tzay hob Gemeinsamkeiten beider Partnerkommunen hervor. In beiden Gemeinden werden kulturelles Wissen und Traditionen bewahrt. Man könne viel von der Partnergemeinde lernen, in der es kulturellen Reichtum und eine hohe Bildung gebe. Er erinnerte an das 130-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Guatemala. „Wir in der Berliner Botschaft sind dafür da, kommunale Partnerschaften zu unterstützen“, sagte Tzay.

Reuters bekommt Einladung nach Guatemala

Der Bürgermeister Pichia übergab Reuters eine schriftliche Einladung in seine Gemeinde, die der Landrat unterschrieb. Wann und wie man der Einladung nachkommen werde, wolle man in einer Kreistagssitzung beschließen. Reuters teilte mit, er freue sich auf ein Wiedersehen. „Ob hier oder in Guatemala, das werden wir sehen“.

Von Julian Habermann

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