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Göttingen Landschaftspflegeverband stellt sich vor
Die Region Göttingen Landschaftspflegeverband stellt sich vor
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21:11 05.12.2018
Blühende Wegränder: Der Landschaftspflegeverband will solche Insektenweiden fördern. Quelle: r
Göttingen

Stichworte wie Insektensterben, Monokulturen oder Artenrückgang sind in aller Munde. Dass man aber vor Ort konkret etwas gegen diese Szenarien tun kann, ist schon weit weniger bekannt. Hier setzen die Projekte des Landschaftspflegeverbands an, wie beispielsweise die sogenannten Agrarumweltmaßnahmen (AUM). Diese machten bereits fünf Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis aus, berichtete Ute Grothey. „Das ist ein Spitzenwert in Niedersachsen.“

Diese Maßnahmen reichen von Blühstreifen auf dem Acker bis zur naturschutzgerechter Grünlandnutzung und gelten als effektives Instrument für den Umweltschutz. Ihre Hauptaufgabe bestehe dabei vor allem in der Vermittlung zwischen den behördlichen Vorgaben und der Praxis, so Grothey. „Wir nehmen die Landwirte an die Hand, ermitteln gemeinsam, welche Maßnahmen im Einzelfall passen.“ 200 Betriebe sind mittlerweile beteiligt, und mehr als 1,8 Millionen Euro fließen über die AUM in den Landkreis. Der doppelt positive Effekt: Die Landwirte bekommen Geld und die Natur profitiert.

Förderung durch den Landkreis

Seit seiner Gründung erhält der Landschaftspflegeverband eine institutionelle Förderung durch den Landkreis Göttingen. Die macht aktuell eine Drittel des Etats von knapp 330 000 Euro aus, der Rest wird durch Projektförderung eingeworben. Eines dieser Projekte ist die im Landschaftspflegeverband angesiedelte Agentur für Weidetierhaltung, die zu 80 Prozent durch die EU und zu 20 Prozent vom Land Niedersachsen getragen wird. Die Unterstützung der Schäfer, Ziegenhirten oder Alpaka-Besitzer folgt dabei einem einfachen Rechnung, erklärte Verena Hammes: „Wenn wir die Weiden nicht offen halten, verschwinden die Arten und in der Folge auch die Insekten.“

Die Biologin zeigte einige der „Grünlandschätze“ im Landkreis, die ohne tierische Unterstützung eben nicht gepflegt werden könnten. Ihre Fotoreihe reichte von der Gipskarstlandschaft in Duna über die Magerrasenfläche in Dransfeld bis hin zur Lichtung im Kaufunger Wald. „Wir machen uns Sorgen um unsere Weidetierhalter“, erklärte Grothey. Daher wurde nicht nur ein Brief an die zuständigen Ministerien formuliert, sondern auch eine Unterschriftenliste angefertigt und ein Aktionsprogramm für das „artenreiche Grünland Südniedersachsen“ gestartet.

500 Hektar Streuobstwiesen

Die Agrarwissenschaftlerin Anna Goldhagen hat ihren Schwerpunkt auf das Thema Streuobstwiesen gelegt – ein Projekt, das auf drei Jahre angelegt ist und jährlich mit 20 000 Euro gefördert wird. Die 850 Bestände im Landkreis ergeben eine Fläche von etwa 500 Hektar. Die Bäume dienten als Lebensraum für zahlreiche Tiere, das Grünland sei besonders artenreich und mögliches Totholz ein Insektenparadies. Zudem sei das regionale Obst ein wieder beliebt gewordenes Produkt. „Streuobstwiesen sind ein großer Schatz“, so Goldhagen. Aber einer, der gepflegt werden muss. Daher bietet der Landschaftspflegeverband regelmäßig Kurse für Baumschnitt und bildet in jährlichen Kursen Obstbaumwarte aus.

Verbandsgeschäftsführer Klaus König-Hollrah stellte noch zwei weitere Tätigkeitsfelder vor. So kümmert sich der Landschaftspflegeverband derzeit um 140 Hektar Ausgleichsflächen, die aus dem Autobahnaus- und Neubau resultieren. Außerdem hat der Verband seit 2017 den Erhalt von naturbelassenen Wegerändern und Feldsäumen in den Blick genommen, um sie als Rückzugsräume zu gestalten. „Wir müssen uns wieder daran gewöhnen, dass nicht alles immer gepflegt aussieht. Unordnung fördert die Biodiversität.“

Und schließlich gab er noch einen Ausblick: Im Jubiläumsjahr 2019 haben die Göttinger den Deutschen Landschaftspflegetag mit Experten aus ganz Deutschland zu Gast. Auf dem dreitägigen Programm stehen unter anderem Exkursionen. König-Hollrah: „Wir haben schließlich eine Menge zu zeigen.“

Von Markus Scharf

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