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Göttingen Oesterhelweg interessiert sich für Gift
Die Region Göttingen Oesterhelweg interessiert sich für Gift
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16:39 18.09.2018
Giftige Pflanze vor dem GIZ: Der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, Frank Oesterhelweg (l.), informiert sich gemeinsam mit Dr. Sebastian Freytag, Hilmar Hennecke, Dr. Martin Siess und Dr. Martin Ebbecke in Göttingen. Quelle: Hinzmann
Göttingen

 Vielleicht träumt Frank Oesterhelweg, der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, in nächster Zeit von Schlangen. Denn bei seinem Informationsbesuch im Giftinformationszentrum-Nord (GIZ) in Göttingen waren diese Tiere durchaus ein Thema.

Der aus Wolfenbüttel stammende Politiker nahm sich viel Zeit, um die Arbeit des GIZ kennenzulernen. „In meiner Nachbarschaft befindet sich die Schlangenfarm in Schladen. Darüber hinaus habe ich schon häufiger von dieser Einrichtung gehört und wollte mich jetzt einfach mal vor Ort informieren“, berichtete er.

Dr. Martin Ebbecke, gemeinsam mit Dr. Andreas Schaper Leiter des GIZ, zeigte sich angenehm überrascht vom großen Wissensdurst seines Gastes. Sieben Tage die Woche rund um die Uhr ist die Einrichtung telefonisch erreichbar. „Wir haben die Fallzahlen von 40 000 Anrufern im Jahr überschritten“, erläutert Ebbecke. 150 bis 200 Anrufe pro Tag erreichen die Zentralen. Dort sitzen Ärzte und auch Krankenschwestern, die den Anrufern fundiert Auskunft und Tipps geben, was in einem Vergiftungsfall getan werden muss. 43 Prozent der Anfragen erreichen die Experten dabei aus Krankenhäusern, den größeren Anteil, nämlich 57 Prozent kommen aus der Bevölkerung, laufen unter „Laienanfragen“.

Große Gefahren

Und dabei geht es in den seltensten Fällen tatsächlich um Schlangenbisse. Viel größer sind die Gefahren, die beispielsweise im Haus für Kleinkinder lauern. Medikamente, Kosmetika, Schädlingsbekämpfungsmittel, Haushaltschemikalien, Anstrichstoffe, Autozubehör, aber auch Nikotin und Alkohol gehören zu den Gefahrenquellen.

Sie sind teilweise bildschön, duften betörend und sind doch giftig: Pflanzen in freier Natur, aber auch in den vier Wänden. Dieffenbachie, Alpenveilchen und Weihnachtssterne sind schwach beziehungsweise giftig. Als sehr giftig werden Blauer und Gelber Eisenhut, Engelstrompete, Goldregen, Tollkirsche und auch die Gemeine Eibe, um nur einige zu nennen, eingestuft. Sollte jemand tatsächlich Pflanzenteile verschluckt haben, gilt es in erster Linie darum, Ruhe zu bewahren, wie GIZ-Leiter Ebbecke rät.

„Wir haben ein Riesenspektrum am Telefon abzudecken“, sagt er erklärend. In speziellen Fällen gibt es sogenannte „Follow ups“. Dabei wird mit zeitlichem Abstand noch einmal bei den Betroffenen nachgefragt.

Geld steht zur Verfügung

„Ich halte das Giftinformationszentrum für eine extrem wichtige Einrichtung“, sagte Oesterhelweg. 30 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Sie müssen sich um den Fortbestand der Einrichtung keinerlei Gedanken machen. „Die Einrichtung stand in keiner Phase zur Diskussion. Es ist selbstverständlich, dass das Geld zur Verfügung steht“, bekräftigt Hilmar Hennecke aus dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, außerdem Vorsitzender des Verwaltungsausschusses für das GIZ-Nord, der den Vizepräsidenten nach Göttingen begleitete.

„Haben Sie denn auch einen Anspruch an die Politik“, wollte Oesterhelweg von seinem Gastgeber wissen. Der GIZ-Leiter überlegte und antwortete sehr klar. „Woran es fehlen könnte, wäre noch mehr Prophylaxe, Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung.“ Denn aus seiner Erfahrung heraus gibt es immer noch viele „Stockfehler“, die gemacht werden. „Beispielsweise umgefüllte Kanister, deren Inhalt nach einer Zeit niemand mehr benennen kann.“ Für ihn jahreszeitlich total aktuell. „Wenn man keine Ahnung von Pilzen hat, dann muss man auch die Finger davon lassen“, appelliert er an die Vernunft der Bevölkerung.

Keine zwei Meinungen gibt es für ihn allerdings, wenn es darum geht, Hilfe zu bekommen. „Im Zweifel ist es immer besser, einmal mehr anzurufen.“

Das GIZ ist rund um die Uhr unter der Rufnummer 0551-19240 erreichbar.

Von Vicki Schwarze

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