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Göttingen Landtagswahl: Grüne bei Jungwählern erste Wahl
Die Region Göttingen Landtagswahl: Grüne bei Jungwählern erste Wahl
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00:17 20.01.2013
Wählen gar nicht oder vielleicht: die FOS-Schüler Alexander Balychef, Ashraf Adler, Marco Dittberner und Timo Kastner (v. l). Quelle: Vetter
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Göttingen

Bei den Probewahlen lagen die Grünen mit 39,3 Prozent der verwertbaren Stimmen mit Abstand an der Spitze. Ihnen folgten die SPD mit 27,6 Prozent und die CDU mit 16,1 Prozent. Damit liegen auch bei Jugendlichen die etablierten Parteien vorne. Trotzdem würden andere Parteien die Fünf-Prozent-Hürde schaffen und wären  im Parlament vertreten: die Linke mit 6,75 Prozent und die Piraten mit 5,13 Prozent. Völlig abgeschlagen ist die FDP mit 1,97 Prozent. „Sonstige“ Parteien bilden laut SJR die verbleibenden 5,13 Prozent ab. Überraschend wenig Schüler sind noch unentschlossen oder würden am Sonntag nicht wählen gehen: nämlich 9,87 beziehungsweise 8,76 Prozent.

An der Probewahl beteiligten sich 1479 Jugendliche – überwiegend im Alter von 15 bis 18 Jahren. Der SJR besuchte fünf Gymnasien, zwei Gesamtschulen, zwei Realschulen, eine Hauptschule und die Waldorfschule. Tatsächlich dürfen am Sonntag in den vier Wahlkreisen Northeim, Duderstadt, Münden und Göttingen-Stadt etwa 24 000 junge Bürger zum ersten Mal an einer Landtagswahl teilnehmen. Nach einer Auswertung der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale Südniedersachsen (KDS) sind etwas mehr als die Hälfte davon Männer.

Bei den Parteien gelten Jungwähler als schwierige Gruppe. Sie haben oft andere Interessen als Politik und sind schwer zum Urnengang zu motivieren. Die Schulen bemühen sich vor der Wahl, ihre Schüler gezielt zu informieren. Am Göttinger Max-Planck-Gymnasium zum Beispiel nehme der neunte Jahrgang an einer „Juniorwahl“ teil, sagt Schulleiter Wolfgang Schimpf. Außerdem sei die Landtagswahl jetzt Thema in den Politikkursen ab Jahrgang Zwölf.

Die Politik- und Geschichtslehrer der Berufsbildenden Schule I (Arnoldischule) behandeln die Landtagswahl „selbstverständlich“ in allen in Frage kommenden Klassen, sagt Lehrerin Elke Hasubski. Die Schüler würden über das Wahlsystem sprechen, Stimmzettel anschauen und Parteiaussagen vergleichen. Mareike Fahrenholz, Schülerin am Arnoldi-Fachgymnasium, weiß längst, worum es am Sonntag geht: „Na klar gehe ich auch wählen. Ich möchte schon irgendwie mit entscheiden.“ „Allein um die NPD zu verhindern und die Studiengebühren abzuschaffen“, sei der Wahlgang für ihn wichtig, ergänzt Puyan Nabizadeh. Mitschülerin Desiree Strackerjahn ist 17 Jahre alt und damit noch nicht wahlberechtigt. Wenn sie dürfte, würde sie am Sonntag aber gerne abstimmen.

Auch Fachoberschüler Aleksander Balychev von der BBS 1 bleibt ausgeschlossen – er hat keinen deutschen Pass. Aber selbst wenn er dürfte,  würde er nicht wählen gehen: „Bringt doch nichts, ist doch eh schon vorher alles klar.“ Dabei ist er der einzige in einer Viererrunde, der weiß, worum es am Sonntag überhaupt geht. Seine Mitschüler Ashraf Adler, Marco Dittberner und Timo Kastner kommen nur mit Mühe auf die Landtagswahl und  sehen den Parlamentssitz in Berlin – obwohl sie das Thema im Politikunterricht behandeln. „Politik spielt schon eine Rolle im Leben“, räumt Dittberner (18) trotzdem ein. Ob und was er Sonntag wählen wird, weiß er allerdings nicht. Kastner (19) hat „kein Interesse“. Und Adler (19) „will ja nichts falsches wählen“ und darum „lieber verzichten“. Aber: „Vielleicht überleg’ ich’s mir noch.“

Talk und Rock mit Kandidaten

Mit „Talk, Rock & Politics“ bietet der Göttinger Stadtjugendring Jungwählern die Möglichkeit, sich über die Landtagswahl und Parteien zu informieren. Die Veranstaltung beginnt heute um 18.30 Uhr im Innenhof der Düsteren Straße 20. Den musikalischen Part übernimmt „Merry-go-round“. Mit den Gästen diskutieren aus dem Wahlkreis Göttingen-Stadt die Politiker Holger Welskop (CDU), Thomas Oppermann (SPD), Stefan Wenzel (Grüne) und Klaus Trybuhl (FDP), außerdem der Kandidat der Linken im Wahlkreis Münden, Wolfgang Krumbein.

Briefwahl endet früher

Das ist neu: Briefwahlunterlagen können heute, Freitag, 18. Januar, nur bis 13 Uhr bei den Gemeinden beantragt und abgeholt werden. Bisher war das am Freitag vor der Wahl bis 18 Uhr möglich. Ausnahme ist ein belegbarer Notfall. Bei Krankheit können Briefwahlunterlagen noch am Wahlsonntag (auch von Bevollmächtigten) bis 15 Uhr abgeholt werden. Sie müssen dann bis 18 Uhr im Briefwahlbüro der Stadt (Wahlkreis 17) oder in den Kreishäusern (Wahlkreise 15, 16 und 18) sein.

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