Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Sieben Fragen an Wolfgang Krumbein (Linke)
Die Region Göttingen Sieben Fragen an Wolfgang Krumbein (Linke)
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 13.01.2013
Anzeige

1. Windräder und Bioenergieanlagen: Ist der Landkreis schon zu voll gestellt?

Im Prinzip nein. Wir brauchen so schnell wie möglich eine vollständige Umstellung auf regenerative Energien. Es muss aber ein verantwortungsvoller Ausbau erfolgen, bei dem der Naturschutz Beachtung finden muss. Vor allem ist auch der Ausbau der Fotovoltaik voranzutreiben. Bioenergieanlagen müssen primär mit landwirtschaftlichen Abfallprodukten betrieben werden.

2. Kreisfusion mit Osterode und Northeim: Ja oder Nein?

In der augenblicklichen Form: nein. Vorgaben aus Hannover würden dafür sorgen, dass der fusionierte Großkreis nach seiner Gründung vermehrt sparen muss. Die Bürger würden durch Wegfall von gemeindenahen Einrichtungen, von Kultur- und Sportförderungen das Gefühl bekommen, ‚bestraft’ zu werden.

3. Berufsbildende Schulen: Zentrale oder dezentrale Angebote?

Im Interesse der Berufsschüler brauchen wir dezentrale Angebote und den Erhalt der Berufsschulen. Wohnort, Ausbildungsplatz und Berufsschule müssen in räumlicher Nähe liegen. Dies erleichtert auch das Zusammenwirken zwischen Berufsschule und heimischer Wirtschaft.

4. Was tun gegen das Ausbluten der kleinen Dörfer?

Wir brauchen eine Wirtschaftsförderung für neue Arbeitsplätze. Für den Wahlkreis Münden würde sich die Förderung des Tourismus, der ökologischen Landwirtschaft und der lokalen regenerativen Energieversorgung anbieten. Ein ausreichender bezahlbarer ÖPNV und die Stärkung der Infrastruktur (z.B. gesundheitliche Versorgung, Einkaufsläden) würden die Dörfer attraktiver machen.

5. Ständig Stau auf der Autobahn und dann auf den Ausweichstrecken: Wie bekommt man den Verkehr aus den Wohngebieten?

Die derzeitige Planungs- und Verkehrspolitik sorgt dafür, dass der Autoverkehr immer mehr zunimmt. Die Antwort kann nicht heißen, neue Straßen zu bauen, sondern der öffentliche Fern- und Nahverkehr muss ausgebaut, kostengünstig und dadurch attraktiver werden. Der Verkehr muss von der Straße auf die Schienen. Dann muss so geplant werden, dass Wohnen, Arbeiten und Freizeit immer weniger auseinander fallen.

6. Bildungspolitik: Welche Schulform hat Zukunft?

Die einzige Schulform mit Zukunft ist die Integrierte Gesamtschule. Sie ermöglicht das gemeinsame Lernen aller Kinder, kann soziale Unterschiede am besten auffangen und lässt kein Kind zurück. Das überkommene gegliederte Schulsystem sortiert aus und stempelt ganze Gruppen von Kindern zu späteren prekär Beschäftigten oder Erwerbslosen.

7. Das Kali-Salz aus Werra und Weser fernhalten, oder haben Arbeitsplätze im Zweifel Vorrang?

Arbeitsplätze auch in der Kali-Industrie sollten erhalten bleiben. Politische Vorgaben müssen aber dafür sorgen, dass Werra und Weser möglichst schnell von großen Kali-Massen befreit werden. Hier zeigt sich wie so häufig, dass Politiker vor den Interessen von Unternehmen kuschen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige