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Göttingen Laserstrahlen machen Römerlager sichtbar
Die Region Göttingen Laserstrahlen machen Römerlager sichtbar
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13:08 25.02.2011
Ausgrabungen bei Hedemünden: Wald und Bodenvegetation schützten das Römerlager 2000 Jahre lang. Quelle: Heller

Die hoch aufgelösten Daten lassen mehr vom Römerlager bei Hedemünden erkennen und bieten Hinweise auf mögliche römische Marschwege in Richtung Norden ins Leinetal und in Richtung Süden. Die Methode sei ein „Quantensprung“, sagte Kreisarchäologe Klaus Grote am Donnerstag bei der Vorstellung neuer Funde und Erkenntnisse in Göttingen. Der südliche Lagerbereich, der sogenannte Annex II, ist demnach größer als bislang angenommen und umfasst auch den Bereich der alten Furt über die Werra.

Durch die neuen Laser-Scan-Daten werden auch alte Wege sichtbar, die zu dem bekannten Vorposten bei Mollenfelde führen. Neben der Autobahn werden zwei römische Marschlager vermutet. Deutlichere Spuren gibt es auch für den Weg der Legionäre zum südlichen Kleinlager Kring im Kaufunger Wald. Grote präsentierte restaurierte Funde aus dem Vorjahr, darunter ein Spielzeugpferd aus Ton, weitere Münzen und die mittlerweile sechste Pionieraxt. In Kalkriese, dem vermutlichen Varus-Schlachtfeld, wurden bislang nur zwei gefunden.

Römerlager in Hedemünden

Für die Archäologen ist die luftgestützte Laservermessung eine relativ neue Methode. In Niedersachsen wurde sie erst in einigen Bereichen im Weserbergland eingesetzt und auch schon am Harzhorn, dem erst jüngst entdeckten Römerschlachtfeld bei Kalefeld. In und um das Lager bei Hedemünden wurden seit 2003 bislang rund 2000 römische Funde entdeckt. 13 Quadratkilometer Fläche wurden 2010 per Hubschrauber erfasst. Das Landesamt für Denkmalpflege hofft auf flächendeckende Anwendung in Niedersachsen wie bereits in Baden-Württemberg.

Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) sprach sich für eine Fundpräsentation auch vor Ort aus. Der Erlebniswert sei größer. Es werde keine „Abräumaktion“ geben. Das Römerlager gehöre zu den bedeutendsten Funden in Niedersachsen, so Wanka. Landrat Reinhard Schermann (CDU) kündigte an, dass bis zur Sommerpause ein Masterplan für ein touristisches Nutzungskonzept des Römerlagers erstellt werden soll. Die Funde seien ein hochrangiges Bodendenkmal und damit schützwürdig.

Von Gerald Kräft

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