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Göttingen Initiative hat sich gegründet
Die Region Göttingen Initiative hat sich gegründet
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00:28 08.04.2018
Setzen sich für freie Lastenräder in Göttingen ein: Olaf Gerling und Swantje Michaelsen (hinten) sowie Viola von Cramon Quelle: Hinzmann
Göttingen

„Autoverkehr belastet die Städte mit Abgasen und Feinstaub“, erklärt Initiatorin Viola von Cramon (Grüne). Ausgestoßenes Kohlendioxid beschleunige den Klimawandel. Dabei seien Radler bei innerstädtischen Fahrten oft schneller am Ziel als Bürger, die das Auto nähmen. Sie müssten zudem nicht lange nach einem Parkplatz suchen. Radler hielten sich außerdem körperlich fit. Um ihnen den Transport größerer Einkäufe oder schwerer, sperriger Gegenstände zu ermöglichen, bemühe sie sich seit November vergangenen Jahres um die Gründung einer freien Lastenrad-Initiative in Göttingen, so die ehemalige Bundestagsabgeordnete.

Arbeitskreis im ADFC

Nach zwei vorbereitenden Treffen beschlossen die Teilnehmer, außer einer Reihe von Privatpersonen auch Vertreter von Vereinen und Einrichtungen, am Mittwoch im Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum (GUNZ) an der Geiststraße 2 einen ADFC-Arbeitskreis zu bilden.

Stadt und Landkreis Göttingen sollen Räder zur Verfügung stellen

„Drei unmotorisierte Lastenräder sind uns bereits zugesagt worden“, berichtet von Cramon. Die Finanzierung des Kaufs von zwei E-Cargo-Bikes werde der ADFC bei der Stadt und eines beim Landkreis beantragen. Die Kosten pro Rad beziffert sie auf 3400 bis 5000 Euro.

Leila, Lastenliesel oder Liesel

Der Name der Initiative steht noch nicht fest. Favoriten sind Leila (die Abkürzung von Leih-Lastenrad), Lastenliesel oder Liesel. Ein Grafiker soll nun ein Logo erstellen. Es soll dann unter anderem auf den Seitenflächen der Räder zu sehen sein.

Mühsam gestaltet sich die Suche nach einem Koordinator, der als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Er müsse nicht ehrenamtlich arbeiten, wirbt von Cramon. Sie werde Fördergelder für eine geringfügige Beschäftigung beantragen. Die Buchführung übernimmt eine gelernte Bankkauffrau.

Zweiradwerkstatt der Beschäftigungsförderung Göttingen übernimmt die Wartung

Um die regelmäßige Wartung der Bikes will sich die Zweiradwerkstatt der Beschäftigungsförderung Göttingen an der Levinstraße 1 kümmern. Das hat der Leiter der städtischen Beschäftigungsförderung, Christian Schmelcher, zugesagt. Eine Haftpflichtversicherung hat von Cramon gefunden.

Buchung der Räder erfolgt über eine App

Die Buchung der Räder erfolgt über eine App. Sie lässt sich bei dein-lastenrad.de, der Internetseite von mehr als 70 Lastenrad-Initiativen, herunterladen. Die Bikes gibt es an verschiedenen Standorten in Göttingen, wo auch die Rückgabe erfolgt. Drei mögliche Übergabestellen könnte die Beschäftigungsförderung anbieten, sagt Schmelcher. Auch Cafés und Einzelhändler wollen sich beteiligen. Bei den E-Bikes muss jemand vor Ort eine Einweisung geben.

Aktivitäten im Landkreis Göttingen

Die Göttinger Initiative will zudem in anderen Städten des Landkreises aktiv werden. Kontakte gibt es bereits nach Bad Lauterberg, Hann. Münden und Osterode. In Bad Lauterberg möchte der Arbeitskreis die Kurkliniken für das Projekt gewinnen. Deren Patienten könnten die Räder für Ausflüge nutzen, so die Idee. In Hann. Münden ist Hartmut Teichmann (Grüne) mit den städtischen Versorgungsbetrieben im Gespräch.

Initiative sucht noch Mitstreiter

Vorstellen will sich der Arbeitskreis am Donnerstag, 19. April, anlässlich des Weltradtags bei einer Radtour von Göttingen nach Einbeck, die Edgar Schulz (Grüne) organisiert. Start ist 9 Uhr am Gänseliesel. Die Initiative, die noch Mitstreiter sucht, trifft sich immer am letzten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr im GUNZ an der Geiststraße 2.http://www.goettinger-umweltzentrum.de/

Von Michael Caspar

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