Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Laubfrosch und Frauenschuh sind in Gefahr
Die Region Göttingen Laubfrosch und Frauenschuh sind in Gefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:27 02.03.2010
Hat bei Adelebsen überlebt: der als „vom Aussterben bedroht“ eingestufte Laubfrosch. Quelle: Urner
Anzeige

Zerstörung von Lebensräumen, Übernutzung der Landschaft, illegaler Handel, Klimaveränderung und Umweltverschmutzung setzen den Ökosystemen zu. Laut World Wide Fund of Nature (WWF) lag die Aussterberate für Vögel und Säugetiere zwischen 1600 und 1700 bei einer Art pro Jahrzehnt. Zwischen 1850 und 1950 hatte sie eine Art pro Jahr erreicht.


Das Überleben von Pflanzen und Tieren ist an ihr Lebensumfeld geknüpft. Wenn die Bedingungen dort nicht mehr stimmen, geht die Zahl zurück, und sie landen als bedroht oder gefährdet auf den sogenannten Roten Listen. „Wir haben durch landwirtschaftliche Nutzung und Düngung die Landschaft gleich gemacht“, benennt Reinhard Urner von der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen (BSG) einen der Faktoren für das Tier- und Pflanzensterben.

Das Schadensausmaß im Bereich der Pflanzenwelt wollen Urner und etwa 30 Mitstreiter vom Arbeitskreis Flora der BSG in ehrenamtlicher Arbeit ergründen: Im Landkreis Göttingen erfassen sie wild wachsende Pflanzen und Kräuter. Zum letzten Mal sei dies vor 100 Jahren geschehen, berichtet Urner. 630 Flächen à 2,6 Quadratkilometer nehmen die Experten unter die Lupe. Seit 2004 sind die Freiwilligen unterwegs und noch längst nicht fertig: „Das Projekt ist auf 15 Jahre angelegt“, betont Heiko Muth, bei der BSG zuständig für die Erfassung der Daten.

Bei seinen Erkundungsgängen hat Urner Überraschungen erlebt. So entdeckte er Ackerwildkräuter, die in Niedersachsen als ausgestorben galten: das Glattfrüchtige Labskraut, das letztmals 1853 gefunden wurde sowie das Dreihörnige Labkraut, das 1988 zum letzten Mal nachgewiesen wurde.
Ohnehin ist der Raum Göttingen Refugium seltener Pflanzenarten, die im übrigen Niedersachsen nicht mehr zu finden sind. So wachsen hier die nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützten Frauenschuh-Orchideen, der Schmalblättrige Lein und das Rundblättrige Hasenohr. Auch bedrohte Tiere sind in der Region heimisch. Bei Reyershausen wurden Salinenkrebschen entdeckt, die in Mitteleuropa als ausgestorben galten. Der im sonstigen Landkreis nicht mehr ansässige Laubfrosch lebt bei Adelebsen. Feldhamster siedeln im Göttinger Stadtgebiet.

Das Rebhuhn, laut BSG-Mitglied Werner Beke „früher ein Allerweltsvogel“, ist bis auf zwei Standorte aus dem Landkreis verschwunden. Mit einem Rebhuhnschutzprojekt stemmen sich die BSG (www. biologische-schutzgemeinschaft.de) und das Uni-Zentrum für Naturschutz in Kooperation mit Landwirten gegen das Verschwinden der Tiere – eine von vielen Aktivitäten, mit denen unterschiedliche Akteure das Artensterben rund um Göttingen aufhalten wollen.

Von Katharina Klocke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen Grundschule will 80 Kinder verpflegen - Anbau bietet Platz für Mensa-Erweiterung

80 Kinder sollen künftig an der Grundschule Bovenden gleichzeitig Mittagessen können. Dort werden schon jetzt rund 60 Hortkinder täglich mit Mahlzeiten versorgt. Dieser Mensa- und Küchenbereich soll nun durch einen Anbau in der Fläche etwa verdoppelt werden.

02.03.2010

Am vergangenen Freitag, 26. Februar, gegen 10:30 Uhr, ereignete sich im Kreisel an der westlichen Entlastungsstraße, Bereich Berliner Allee, in Northeim eine Verkehrsunfallflucht, bei der ein Autofahrer entgegen der Fahrtrichtung in den Kreisel eingefahren und dort mit einem entgegenkommenden Pkw zusammengeprallt war.

02.03.2010

Rund um das Thema "Ladungssicherung" geht es beim nächsten Truckerstammtisch der Göttinger Autobahnpolizei am kommenden Mittwochabend, 3. März. Für das immer wieder aktuelle Thema konnten die Organisatoren Christine Natterer als fachkundige Referentin gewinnen.

02.03.2010
Anzeige