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Göttingen Legionellen-Verdacht in Göttingen
Die Region Göttingen Legionellen-Verdacht in Göttingen
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18:17 13.04.2018
In Duschen können sich Legionellen entwickeln – wenn nicht regelmäßig Wasser läuft. Quelle: GT
Göttingen

Fest stehe bislang nur, so die zuständige Pressestelle bei der Stadt Göttingen, dass eine Ansteckung innerhalb des Zuständigkeitsbereiches des Gesundheitsamtes erfolgt sei. Legionellen sind Bakterien, die sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius vermehren und ein natürliches Vorkommen im Frischwasser haben.

Bei dem Erkrankten soll es sich nach Tageblatt-Informationen um einen sportlichen Mann handeln. Mögliche Ansteckungsorte können Einrichtungen wie Schulen, Sporthallen und Schwimmbäder seien. Möglich ist auch eine Infektion in einem Gebäude, das sich im Zuständigkeitsbereich der Universität befindet.

Leitungen werden regelmäßig gespült

Dort ist bisher allerdings nichts von einem Legionellen-Fall bekannt. Aus der Fachabteilung innerhalb der Kreisverwaltung gab es bis Freitagnachmittag keine Rückmeldung dazu, bedauerte Verwaltungssprecher Ulrich Lottmann. Der Kreis ist für die Sportanlagen seiner Schulen zuständig.

Auch der für die Sportanlagen städtischer Schulen und öffentlichen Bäder zuständige Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) ist bisher nichts über Legionellen in ihren Anlagen bekannt, versicherte GöSF Geschäftsführer Alexander Frey – „auch keine Anfrage vom Gesundheitsamt“.

Unabhängig davon sei die GöSF stetig bemüht, „dafür zu sorgen, dass sich keine Legionellen in unseren Anlagen bilden können“. „Wir nehmen regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Proben“, erklärte Frey. Leitungen, zum Beispiel zu den Duschen in Turnhallen, würden regelmäßig gespült. Warmwasser werde grundsätzlich auf über 60 Grad Celsius erhitzt.

Keine Auskunft zu Lebensumständen

Darüber hinaus würden alte Anlagen oder Anlagen, die nicht dem neuesten Wissensstand zur Bakterienvermeidung entsprechen, erneuert. „Dazu investieren wir mit der Stadt in jedem Jahr viel Geld“, ergänzte Frey – erst recht, wenn wir Auffälligkeiten sehen“. Vor diesem Hintergrund seien sowohl in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule als auch am Felix-Klein-Gymnasium „vor zwei oder drei Jahren“ alle wasserführenden Leitungen und Heizanlagen „komplett saniert worden“.

Das Gesundheitsamt gibt keine weiteren Auskünfte über Alter und Lebensumstände des Erkrankten. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass sich er sich in einer universitären Anlage infiziert haben könnte. „Uns ist darüber allerdings bisher nichts bekannt“, sagte am Freitag Uni-Pressesprecher Romas Bielke – „ es gibt auch keine Anfrage vom Gesundheitsamt“. Dass sich Legionellen in den Anlagen des Hochschulsports einschließlich Schwimmhalle bilden, schließe er weitgehend aus: „Dort ist durchgehend so viel Betrieb, da werden die Leitung ständig durchgespült.“

Symptome und Ansteckung

Legionellen lösen bei den Betroffenen zwei unterschiedliche Krankheitsbilder aus. Die schwere Form der Erkrankung ist eine Lungenentzündung, die sogenannte Legionärskrankheit. Bei dieser haben die Betroffenen starke Brust- und Kopfschmerzen, Husten und Schüttelfrost. Außerdem tritt hohes Fieber auf. Die Lungenentzündung dauert etwa vier Wochen. Etwa jeder zehnte Erkrankte stirbt an ihr.Die zweite Form das Pontiac-Fieber äußert sich durch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Unwohlsein, Kopf und Gliederschmerzen. Diese Erkrankung heilt innerhalb von zwei bis fünf Tagen vollständig aus. Zwischen Ansteckung und Ausbruch liegen im Durchschnitt ein bis zwei Tage. Die Legionärskrankheit tritt etwa zwei bis zehn Tage nach dem Kontakt mit dem Erreger auf.Eine Infektion mit Legionellen erfolgt durch zerstäubtes Wasser, wenn sich Wassertropfen mit Legionellen verteilen und vom Menschen eingeatmet werden.

Schützen vor einer Ansteckung mit Legionellen in den Wasserleitungen regelmäßig genutzt werden und die Wassertemperatur bei Häuser mit zentraler Wassererwärmung sollte auf mindestens 60 Grad Celsius eingestellt sein. ve

Von Vera Wölk und Ulrich Schubert

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