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Göttingen Legt singende Feldlerche GVZ-Baustelle lahm?
Die Region Göttingen Legt singende Feldlerche GVZ-Baustelle lahm?
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20:38 26.04.2012
Singt laut und auffällig, wenn sie brütet: Die Feldlerche ist offenbar trotz Bauarbeiten zum Siekanger zurückgekehrt. Quelle: dpa/wirespeeding
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Grone

Für die Naturschutzbeauftragte der Stadt, Britta Walbrun, den Naturschutzverein BUND und die Grünen im Rat der Stadt ist die Sache klar:

Seit Anfang April herrscht Schonzeit für brütende Vögel. Ornithologen hätten in den vergangenen Wochen am Baufeld zwischen Grone und Rosdorf brütende Feldlerchen ausgemacht. Und der gültige Bebauungsplan für das Güterverkehrszentrum (GVZ) III ordne unmissverständlich eine „Abstimmung der Bauzeiten außerhalb der Brutzeiten der Feldlerche“ an.

So solle „eine Störung der Brutaktivitäten oder der Verlust von Gelegen vermieden werden“. Heißt für Naturschützer: Arbeitsstopp, wenn die Vögel kommen und Brutverhalten zeigen.

Stadtbaurat Thomas Dienberg und sein Fachbereich für Umwelt interpretieren den Passus anders: Baustopp nur, wenn gebrütet wird. „Es gibt aber schlicht kein Nest dort“, so Dienberg. Im übrigen werde von Beginn an alles Mögliche unternommen, um schützenswerte Tiere so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Das versichert auch GWG-Geschäftsführer Klaus Hoffmann.

Bis zur Nachfrage des Tageblattes am Mittwochnachmittag habe ihn zudem noch niemand – weder Naturschützer noch Stadtverwaltung – über aktive Feldlerchen am Siekanger informiert.

Im offenen Streit mit Dienberg am Dienstag hatten BUND-Mitglieder den Göttinger Ornithologen Hans Dörrie zitiert: Er habe am 14. April brütende Feldlerchen beobachtet. Dörrie bestätigt das nur indirekt. Am 1. April habe er „zwei singende Feldlerchen-Männchen auf dem Gelände gehört und gesehen“. Dieses Verhalten sei unter Fachleuten eindeutiges Indiz für Brutaktivitäten.

Und die Zählungen singender Männchen sei anerkannte Standardmethode, „um den Brutbestand unscheinbarer Singvögel“ zu erfassen. Bei extrem gut getarnten Bodenbrütern wie der Feldlerche sei es kaum möglich, Gelege zu finden. Und schon die Suche könne sie empfindlich stören. Die GWG erschließt das Areal am Briefverteilzentrum als Umschlagplatz für Logistikunternehmen.

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