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Göttingen Lehrer von Prinz Harry singt in Göttingen
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00:20 22.05.2018
Paul Hopwood – früher Lehrer von Prinz Harry, heute Tenor in der Händel-Oper Arminio in Göttingen. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Als Festspiel-Intendant den Gästen zur Einführung dieses kleine Detail verkündete, blieb manchen weiblichen Gästen im Wortsinne der Mund offen stehen. Doch wer nun auf größere Enthüllungen aus der Royal Family Großbritanniens gehofft hatte, wurde enttäuscht.

Paul Hopwood heißt der frühere Lehrer von Prinz Henry Charles Albert David, Duke of Sussex, der während des DT-Brunches in Gala-Uniform auf schloss Windsor zum Traualtar schritt, um sich mit der US-Amerikanerin Meghan Markle vermählen zu lassen. Doch Hopwoods Lehrer-Zeiten sind lange Vergangenheit: In Göttingen ist der Tenor Teil des Ensembles der Händel-Oper Arminio, wo er die Rolle des Varo übernimmt.

Drei Jahre am Eton-College

Doch bevor Hopwood seine musikalische Karriere begann, arbeitete er jahrelang als Lehrer, um sich seine Gesangsausbildung leisten zu können. Drei Jahre, von 1998 bis 2001, verbrachte er als Englisch- und Drama-Lehrer am altehrwürdigen Eton College. Und in den Jahren 1999 bis 2001 zählte Prinz Harry zu seinen Schülern.

Harry war damals 14 bis 16 Jahre alt. Von späteren Extravaganzen keine Spur, meinte Hopwood: „Er benahm sich so wie jeder andere auch.“ Ganz normal sei Harry gewesen. Er habe sich gut in das Team seiner Mitschüler eingefügt. Etwas keck und vorwitzig sei der junge Prinz gewesen, erinnerte sich Hopwood, aber auch deshalb sei es eine Freude gewesen, ihn zu unterrichten.

Das Eton College, 1440 gegründet und traditionell eine Elite-Schule für das britische Establishment, sei eine gute Umgebung für Harry gewesen, meinte Hopwood. Für ihn selbst hingegen sei das Internat, eines der teuersten der Insel, nicht notwendigerweise ein natürliches Habitat gewesen: Er selbst sei eher linksliberal aufgestellt, bekannte Hopwood. Dennoch habe er großen Respekt vor Eton.

Lehrer, um Music College zu bezahlen

Seine Lehrertätigkeit habe ihm schließlich den Besuch eine Music College besucht. Schon in früher Jugend, sagte Hopwood, habe ihn Musik fasziniert, beispielsweise der grandiose Soundtrack zu den Science-Fiction-Epen der Star Wars-Reihe. Doch sei ihm sehr schnell klar geworden, dass er singen wolle.

Benjamin Britten, Mozart und Dvorak zählt Hopwood zu seinen Lieblingskomponisten. Vor allem Brittens Oper Peter Grimes habe es ihm angetan. Von Barock also erst einmal keine Spur, aber: „Zum ersten Mal singe ich als Nicht-Spezialist in einem Ensemble von Barock-Spezialisten – das ist ein außergewöhnliches Erlebnis.“ An den Göttinger Aufführungen sei außerdem bemerkenswert, wie nah man als Künstler dem Publikum komme: „Man kann jedes Detail direkt erfahren, das ist sehr selten.“

Die Auftritte in Göttingen sieht Hopwood, der vorwiegend in London und Umgebung konzertiert, als etwas Besonderes an. Besonders beeindruckend fand der Tenor die Umstände seines Auftritts beim Recital-Abend in der Kapelle des Krankenhauses Neu-Mariahilf mit Fernando Aguado am Flügel, der in die Krankenzimmer übertragen wurde. Das habe ihm sehr viel Freude bereitet.

Beamer-Ausfall bei Meghans Kleid

Außer Hopwood kamen beim Brunch noch andere Mitglieder des Ensembles zu Wort. Und Besucher aus dem Publikum: Sigrid Jacobi, ansonsten bekannt als Bildungsexpertin der CDU-Fraktion im Göttinger Kreistag, zeigte sich besonders beeindruckt von den schauspielerischen Leistungen in der Oper „Arminio“. Doch ganz wollte sich das Publikum beim Händel-Brunch nicht auf Festspiele, Künstler und Barockmusik konzentrieren: Schließlich lief auf der Leinwand im Hintergrund die royale Hochzeit.

Groß die Spannung, als sich die Tür des Traditions-Rolls Royce öffnete und die Weltöffentlichkeit einschließlich der Brunch-Gäste im DT-Keller erstmal einen Blick auf das Hochzeitskleid von Meghan Markle werfen konnten. Und genau in diesem Moment fiel der Beamer aus.

Aber nur für eine Sekunde. Unüberhörbares Aufatmen.

Von Matthias Heinzel

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