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Göttingen Lehrkräfte bei Anti-Mobbing Fortbildung in Göttingen
Die Region Göttingen Lehrkräfte bei Anti-Mobbing Fortbildung in Göttingen
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09:38 19.03.2015
Lehrkräfte bei Anti-Mobbing Fortbildung in Göttingen Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

„Zunächst mal muss Mobbing von anderen Konflikten unterschieden werden“, erklärt Jutta Sengpiel von der Niedersächsischen Landesschulbehörde.

„Es handelt sich nicht um einen normalen Streit zwischen zwei Personen. Charakteristisch für Mobbing ist die Ausgrenzung von Einzelnen aus sozialen Gruppen.“ Gerade für Heranwachsende oftmals die Höchststrafe. Verschärft wird das Problem durch zunehmende Digitalisierung.

Zwar haben laut Sengpiel 84 Prozent der Mobbing-Vorfälle bei Facebook, Twitter & Co ihren Ursprung im Analogen, jedoch fände Mobbing dadurch auch Einzug ins Private und ende nicht mehr auf dem Schulhof.

Und weil Mobbing ein derart schwerwiegendes Problem sein kann, organisiert die Landesschulbehörde Lehrerfortbildungen. Ziel ist die Einrichtung von Mobbing-Interventions-Teams (MIT), bestehend aus Lehrern und Sozialpädagogen, in Schulen. Diese Teams sollen dann reagieren, wenn ein Mobbing-Fall in der Schule publik wird. Allerdings nicht mit konventionellen Strafen, wie Nachsitzen oder Sozialdiensten.

„Wir setzen auf Wiedergutmachung statt Strafe“, so Sengpiel. Bei Strafen bestünde die Gefahr, dass sich das Mobbing nur ins Geheime verlege, das Problem aber mitnichten gelöst wird. Lösungsansätze sollen dann die MITs mit der gesamten Klasse gemeinsam erarbeiten. „Wie wollen wir als Klasse, als Gemeinschaft zusammenleben?“ Das sei die Kernfrage, so Sengpiel.

Durch diese Herangehensweise könnten auch Schüler, die sonst beim Mobbing wegschauen, aktiv daran mitarbeiten das Zusammenleben zu verbessern.

„Mobbing ist in allen Schulformen ab der Grundschule ein präsentes Thema“, weiß auch Brigitte Götz, Schulleiterin vom Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium in Herzberg. „Durch Mobbing, auch wenn es im Privaten stattfindet, kann Unruhe in der Schule entstehen – und dann müssen wir reagieren.“

Von Benni Köster

 

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