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Göttingen Leinegans marschiert wieder
Die Region Göttingen Leinegans marschiert wieder
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17:39 24.10.2018
Dirk Harling züchtet Leinegänse - eine alte Rasse, die wieder etabliert werden soll. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Leinegänse sind ein alte und bedrohte Geflügelrasse aus der Region. Seit ein paar Jahren bemühen sich einige Züchter, die alte Rasse wieder zu verbreiten. Bislang noch weitgehend unbemerkt. Am Wochenende sind Leinegänse erstmals zu sehen – während der Geflügelschau in Lenglern.

Dirk Harling und seine Leinegänse-Pärchen – die beiden grauen Tiere sind Steinbacher Kampfgänse

Dirk Harling ist einer der Züchter, der Leinegänse hält. Sein Pärchen hatte in diesem Jahr zehn Küken – so genannte Gössel. „Die Tiere sind sehr naturnah, sie legen im Frühling Eier, im Herbst sind die Jungtiere schlachtreif. „Die eine Hälfte davon geht an andere Züchter, die andere kommt als Martinsgans in den Bräter”. So, wie es sein soll. Denn Harling folgt dem Züchterleitsatz: „Erhalten durch Aufessen”.

Leinegänse: Es begann mit Hühnern

Der Knutbührener hält Leinegänse, Steinbacher Kampfgänse und Hühner. Mit Hühnern sei er schon als Kind aufgewachsen, erzählt der Rentner. Durch seine Kinder sei er vor Jahren nach einer langen Pause wieder auf das Federvieh gekommen. „Sie haben einfach auf der Kükenschau des Groner Zuchtvereins zwei Küken gekauft”, erinnert sich Harling. Heute kann er sich sein Federvieh kaum mehr wegdenken.

„Die Leinegans gilt als extrem gefährdet“.

„Ich habe Gänse schon immer geliebt”, sagt er. Also organisierte er sich vor drei Jahren ein Paar. Die Gans bekam er von Marcus Rode aus Waake, den Ganter über den Verein Herdbuch Leinegans. Der Verein schreibt auf seiner Homepage: „Die Leinegans gilt als extrem gefährdet. Wir wollen diese alte Nutztierrasse als wertvolles Zucht- und Kulturgut für die Nachwelt erhalten.”

Leinegänse marschieren zur Leine

„Die Leinegans zeichnet sich durch eine hohe Marschfähigkeit aus”, sagt Harling. Die marschierfreudigen Vögel sind früher von den Hängen des Leinetals hinab zum Wasser gelaufen. Deshalb sind sie mittelgroß, haben sie starke Beine und einen mittellangen Hals. Sie sind deutlich leichter als eine pommersche Mastgans. „Die Farbe kann variieren”, so Harling weiter. Noch in den 50er-Jahren, so der Hetjershäuser, sei es auf dem Dorf völlig normal gewesen, dass dort Gänse lebten. Heute sei das anders. „Auf einigen wenigen Höfen in Niedersachsen und Thüringen haben aber einige Exemplare überlebt”. Aus wenigen Tieren, so erklärt Rode, sei dann eine Zucht aufgebaut worden.

1994: Nur noch einzelne Gänse am Leben

Nach der Entdeckung weniger Einzelgänse im Jahr 1994, so der Verein Herdbuch Leinegans, gab es 2000 dann fünf Zuchtpaare. Im Dezember 2001 erfolgte erstmals eine zentrale Verteilung der Junggänse an Neuzüchter. Diese zentrale Verteilung wurde bis heute beibehalten.

Leinegänse am Wochenende zu sehen

Auch Rode hat seine ersten Gänse über den Verein bekommen. Zwei der Tiere stellt er am Wochenende bei der Geflügelschau des RGZV Grone im Gasthaus Fricke in Lenglern aus. Erstmals sind Leinegänse dann für die Öffentlichkeit zu sehen.

Harlings Tiere sind neugierig aber auch ein wenig scheu. Gänse, so Harling, wurden ja im Alten Rom als Wachtiere gehalten. Die meisten Feinde, also Marder, Fuchs und Habicht, trauen sich nicht an die Freilandgänse heran. Allerdings: „Der Waschbär hat in diesem Jahr zwei Jungtiere geholt”, sagt der Hetjershäuser. Olga, sei Muttertier, ist übrigens ein wenig verwöhnt. Alleine geht sie nicht in ihren Stall. „Ich bringe sie jeden Abend hinein”, sagt Harling.

Von Britta Bielefeld

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