Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Licht für Institutsmitarbeiter am Fassberg
Die Region Göttingen Licht für Institutsmitarbeiter am Fassberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:16 10.11.2009
Beleuchtung am Weg: Seit Montag wird am Fußweg zwischen MPI und Nikolausberg gebaut. Quelle: Mischke
Anzeige

Eigentlich hatte sich die Mehrheit im Ortsrat, bestehend aus CDU, FDP und Grünen, im Februar 2008 gegen Laternen entlang eines Fußweges ausgesprochen, der den Ortsteil durch den Wald mit dem Max-Planck-Institut (MPI) am Fassberg verbindet. Das MPI hatte eine entsprechende Anregung gegeben, weil viele Mitarbeiter in Nikolausberg wohnen. Die Ortsratsmehrheit verwies in seiner Ablehnung auf die Kosten und die ungewissen Folgen, die das Licht für die Tierwelt haben könnte.
Die SPD hingegen hatte vehement für die neuen Laternen geworben. Die Fraktion befürworte die MPI-Anregung, sagte Fraktionschef und Ex-Dezernent Gerhard Cassing. Er kündigte an, sich bei Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) und bei der SPD-Ratsfraktion um die Umsetzung zu bemühen. Schließlich könne Nikolausberg stolz sein, die „exzellenten Forschungsstätten“ zu haben. Die CDU und FDP könnten mit ihrer „ablehnenden Haltung offensichtlich nicht über den Ortsrand hinausblicken“. Und: Die gesicherte Fußweganbindung diene der „städtebaulichen Integration des Forschungscampus am Fassberg“, sagte Cassing damals.
Seine Mühen haben Früchte getragen: Seit gestern wird an dem Fußweg gebaut, die Beleuchtung installiert. „Ohne Abstimmung mit dem Ortsrat“, wettert CDU-Mann Burghard Wegener. „Der Weg wird gegen den ausdrücklichen Beschluss des Ortsrates beleuchtet. Auf die Gestaltung hat der Ortsrat keinen Einfluss.“ Ortsbürgermeister Jörg Rudolph (CDU) zeigte sich gestern „entsetzt“ über diese Entscheidung. Wieder einmal sei der Ortsrat nicht informiert worden. „Die Verwaltungsspitze zeigt wieder einmal, dass sie die Belange des Ortsteils Nikolausberg nicht interessiert“, sagt Wegener und wirft ihr Arroganz vor.
Interessen der Stadt
Aus Sicht der Verwaltung stimmt das nicht: „Ortsratsentscheidungen werden nicht ignoriert. Im Gegenteil. Sie fließen in Ratsentscheidungen oder in Verwaltungshandeln ein oder werden direkt umgesetzt. Das kann aber nie ausschließen, dass wir bei einer Abwägung gesamtstädtischer Interessen dem Votum eines einzelnen Ortsrates auch einmal nicht folgen. So wie in diesem Fall, in dem wir dem nachvollziehbaren Wunsch des MPI nach Zustimmung durch die Untere Naturschutzbehörde entsprochen haben“, erklärt Stadtsprecher Detlef Johannson auf Anfrage.
Nach Johannsons Auskunft hat das MPI den Auftrag für die Beleuchtung in Abstimmung mit der Stadt erteilt. Dazu habe es vorab einen Ortstermin mit Vertretern von MPI und Stadtverwaltung gegeben. „Eine endgültige Entscheidung für das kleine Projekt ist später nach Beteiligung der Unteren Naturschutzbehörde und nach Klärung der Verteilung einmaliger und laufender Kosten gefallen“, sagt Johannson. Das Institut trage die Kosten für Lampen, Masten und Kabel. Die Stadt beteilige sich mit 4500 Euro für den Bau des Rohrgrabens. Das MPI komme zudem für „sämtliche Stromenergie- und sonstige Unterhaltungskosten“ auf.
Infos für Ortsrat folgen
Auf die Frage, warum der Ortsrat nicht informiert worden ist, antwortet Johannson: „Die Entscheidung ist nach der Ortsratssitzung am 22. Oktober gefallen. Die Information des Ortsrates war und ist nach wie vor für dessen Sitzung am 19. November vorgesehen.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen Ortsräte - Wozu?
10.11.2009
Göttingen Alkohol, Depressionen, Panikattacken - „Ich dachte, da komme ich nie wieder raus“

Immer wieder geraten Menschen in Not, werden heimgesucht von persönlichen Katastrophen und Tiefschlägen. Diesen Menschen bieten soziale Einrichtungen in der Region Hilfe. Zugunsten dieser Anlaufstellen in Krisenzeiten sammelt „Keiner soll einsam sein“, die Tageblatt-Benefizaktion. In loser Folge stellen wir einige Schicksale vor.

10.11.2009
Anzeige