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Göttingen Linke Gruppen erteilen Demokratieforschern Hausverbot
Die Region Göttingen Linke Gruppen erteilen Demokratieforschern Hausverbot
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18:49 25.09.2018
Hier haben Mitarbeiter des Instituts für Demokratieforschung Hausverbot: Das Juzi an der Bürgerstraße. Quelle: Hinzmann
Göttingen

„Unter dem Deckmäntelchen scheinbar neutraler Forschung wird hier ein politisches Projekt gegen Linke vorangetrieben“, erklärt eine anonyme Sprecherin des „No IfD“-Zirkels. Das Institut habe mit der „Forschungs- und Dokumentationsstelle zur Analyse politischer und religiöser Extremismen in Niedersachsen“ (Fodex) und der Bundesfachstelle „Linke Militanz“ seinen Fokus auf die linke Szene verschoben, so der Vorwurf der Gruppen.

Bei Fodex gebe es zudem eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Göttinger Institut niedersächsischen Verfassungsschutz, heißt es in einem mehrseitigen Schreiben vom Montag. Und wo der politisch zu verorten sei, habe nicht zuletzt der NSU-Prozess gezeigt. „Wer linke Gesellschaftskritik, linke Strategien und Gegenentwürfe thematisieren möchte, arbeitet nicht mit dem VS zusammen“, so die Schreiberin weiter. Die Arbeit der Demokratieforscher sei keine Wissenschaft, sondern Spitzelei.

„Völliger Unsinn“

Man habe das Schreiben zur Kenntnis genommen, wolle das aber nicht zu hoch hängen, erklärte Matthias Micus, Leiter von Fodex und Bundesfachstelle. Mit Erstaunen registriere man seit bereits 18 Monaten, dass sich Teile der Göttinger linken Szene fast ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen. Nur auf Nachfrage erklärt sich Micus bereit, die Vorwürfe ein weiteres Mal zu kommentieren. „Die Aussage, wir würden den Verfassungsschutz mit Daten beliefern, ist völliger Unsinn.“ Die Zusammenarbeit sei immer eine Einbahnstraße gewesen. Das Institut soll auf Material des Verfassungsschutzes zugreifen können.

Die Wissenschaftler seien bestrebt, die Phänomene objektiv zu beschreiben. „Wir machen keine Auftragsarbeit für das Ministerium, das uns finanziert. Wir lassen uns aber auch nicht von Anfeindungen aus den politischen Lagern beeinflussen“, so Micus weiter. Das jetzt schriftlich formulierte Hausverbot und die Gesprächsverweigerung ändere in der täglichen Arbeit eigentlich recht wenig.

Privat seien einige Institutsmitarbeiter, die sich mehrheitlich politisch links der Mitte verorten würden, aber nicht ganz so entspannt. Zumal seit kurzem ein Fahndungsplakat von ihnen im Netz kursiert. „Das haben wir schon mal erlebt. Damals waren es die Rechten.“

Von Markus Scharf

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