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Göttingen Ludwig (Lutz) Rehse fast 25 Jahren Ansprechpartner
Die Region Göttingen Ludwig (Lutz) Rehse fast 25 Jahren Ansprechpartner
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18:54 29.12.2009
Dransfeld ohne Sozialamt: Ludwig (Lutz) Rehse und Melanie Wagener packen die Umzugskartons. Quelle: Theodoro da Silva
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Ludwig (Lutz) Rehse greift zum Telefon. Ein Asylbewerber hat seinen Gutschein auch am Dienstag noch nicht abgeholt. „Wenn er nicht vorbeikommt…“ Rehse hätte noch gerne alles erledigt, bevor sein Aufgabenbereich zum Ende des Jahres „abgewickelt“ wird. Ab Januar gibt es in den Rathäusern von Hann. Münden, Dransfeld und Landwehrhagen keine Sozialämter mehr. Auch die Betreuung von Arbeitslosen wird vollständig vom Landkreis übernommen. Anlaufstelle für alle Sozialhilfebezieher und Asylbewerber ist dann das Jobcenter und die Außenstelle des Kreissozialamtes vorerst in der Welfenstraße 5.

Rehse kennt sie alle. Seit fast 25 Jahren ist er der verantwortliche Ansprechpartner in Dransfeld. Damit ist es nun offiziell vorbei. Trotzdem wird er wohl weiterhin angesprochen werden und weiterhelfen, wenn er kann – wie bislang, ob im Büro oder auf dem Fußballplatz. „Es sind schon traurige Schicksale dabei, hoffentlich kann ich jetzt ruhiger schlafen“, sagt der 59-Jährige. Ein bisschen Wehmut darüber, dass er seine Aufgabe verliert, schwingt mit. „Es hat auch Spaß gemacht, wenn man Menschen helfen kann.“ Nach einem Sprunggelenkbruch kamen Asylbewerber mit einem Blumenstrauß bei ihm zu Hause vorbei. Einige kennt er seit Jahrzehnten, spielte mit ihnen Fußball beim DSC. Manche haben mittlerweile Kinder und sogar Enkel, aber immer noch keine Anerkennung. Andererseits gibt es in Rehses Büro auch Akten mit roten Umschlägen – die kommen von der Staatsanwaltschaft und kosten viel Arbeitszeit. Nach zwölf Jahren Bundeswehr und Verwaltungsausbildung hatte Rehse 1985 den Sozialbereich in der Samtgemeinde übernommen. Anfangs war das Feld noch überschaubarer. Dann gab es zeitweise einen Asylbewerberansturm, nach dem Mauerfall Übersiedler – die ersten waren fünf Junggesellen, von denen heute noch einer in Dransfeld lebt – und seit 2005 gehören auch Arbeitslose dazu. In der Samtgemeinde sind es jetzt mehr als 300 Fälle, wobei ein Fall auch viele Menschen in einer großen Familie bedeuten kann. In Dransfeld sei keiner einfach weggeschickt worden, weil keine Sprechstunde gewesen sei, so der St.-Pauli-Fan. Ob das in den neuen Jobcentern auch so sein wird?

Gerald Kräft

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