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Göttingen "Wir sind viele. Wir sind eins"
Die Region Göttingen "Wir sind viele. Wir sind eins"
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00:16 04.05.2017
Quelle: Heller
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Göttingen

Das Jugendbündnis 1. Mai Göttingen hat in Göttingen die Maiveranstaltung vorbereitet und ist dabei neue Wege gegangen – für manchen Alt-Gewerkschafter ungewohnt. Neu war, dass die Maikundgebung nicht wie gewohnt zentral am Gänseliesel abgehalten wurde, sondern es einen Demonstrationszug vom Platz der Synagoge zum Gänseliesel zum Albaniplatz gab.

Klassenkampf und klare Kritik am Kapitalismus waren die lautstarken Kernbotschaften der Sprechchöre. „Randale, ‚Bambule, wir woll‘n ‘ne coole Schule“, so eine der Parolen, die von Kindern, die im Demonstrationszug mitliefen, übernommen wurden. „Wer früher stirbt ist kürzer arm?“ lautete eine weitere Botschaft während der Demonstration, „Freiheit, Arbeit, Grundeinkommen“ war eine weitere Forderung.

Bei einem kurzen Stopp am Gänseliesel berichtete ein Sprecher der Verdi-Jugend aus seinem Berufsalltag in einem Göttinger Max-Planck-Institut. „Flexibilität wird bei uns groß geschrieben, aber Sicherheit und Planbarkeit für die Mitarbeiter“ gebe es nicht. Er sprach von Arbeitsverdichtung, Leistungsdruck und Befristungen, was sich durch fast alle Hochschulbereiche ziehe.

Nach dem Marsch durch die Göttinger Innenstadt trafen die Demonstranten am Albaniplatz ein, wo die zentrale Kundgebung von einem Familienfest umrahmt wurde. 25 Organisationen und Parteien warben für ihre Ziele. Etwa 500 bis 600 Menschen hörten dort die Begrüßungsrede des Kreisvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Lothar Hanisch. Er stellte fest, dass Egoismus und Menschenverachtung einen globalen Siegeszug erlebten, womit sich Gewerkschaften schwertäten, denn sie seien das Gegenteil einer „Ichlingsvereinigung“. Hanisch warb dafür, „Solidarität wieder attraktiv zu machen“ und gemeinsam für Themen zu streiten, „die für uns wichtig sind“.

Welche das sind, war der Rede von Thomas Fischer vom Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes, zu entnehmen. „Wir sind viele. Wir sind eins“, sagte Fischer mit Blick auf Rechtspopulisten und „ein Sprengsel ewig unbelehrbarer Nazis“, die sich im sogenannten „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ zusammengerottet hätten: „Das ist unsere Kampfansage an die Feinde unserer Demokratie“.

Im Folgenden nannte der Gewerkschafter auf eine Reihe von klaren Forderungen. „Wir dürfen nicht zulassen,“ sagte er, „wenn sich prekäre Beschäftigung immer weiter ausbreitet“. Tarifflucht, Minijobs, Mobbing gegenüber Betriebsräten, ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen waren einige der Stichworte. Eines der Kernthemen war die Rente. Diese müsse „Schutz bieten vor sozialem Abstieg und Armut im Alter“, stellte Fischer klar und forderte „einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.

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