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Göttingen Solidarität beim Straßenfest in der Turmstraße
Die Region Göttingen Solidarität beim Straßenfest in der Turmstraße
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00:21 03.10.2018
Beim sozialen Mittagstisch Sankt Michael wird die neugestaltete Fassade vorgestellt. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Mit einem Straßenfest für alle Interessierten wurde am Sonntag die neue Fassade vorgestellt. Jesuitenpater Ludger Joos freut sich über die Solidarisierung der Göttinger mit dem Projekt des Sozialen Mittagstischs.

„Das ist unser gemeinsames Projekt, unsere gemeinsame Verantwortung – auch für die Stadt“, erklärt Ludger Joos. „Armut ist nicht etwas, was man einfach mit Hartz 4 aus der Welt schafft. Armut greift in die Seele ein, man braucht Kreativität und Liebe, mehr als Geld um dagegen anzukommen.

So entstand auch die Idee zur Fassadengestaltung in der Turmstraße. „Das war ein ganz kreativer Prozess“, berichtet Joos. Einige Gäste seien auf der Fassade portraitiert, und in Denkblasen würden ihre Träume gezeigt. Ein Motiv, das auch auf dem Fest aufgegriffen wird. Auf Kopien in Postkartengröße, welche das Motiv der Fassade widerspiegeln, sollen Träume geschrieben werden und diese mit Hilfe eines Heliumballons aufsteigen: „Wir können unsere Wünsche gemeinsam in den Himmel schicken“, erklärte Joos. Mit einem Lächeln ergänzt er, dass das Material samt der Ballons natürlich ökologisch abbaubar sei.

Nach seinen eigenen Wünschen befragt, gibt Joos an, dass er die Göttinger dazu inspirieren wolle, hinzuschauen. „Wir wollen den Menschen, allen Menschen, ein Gesicht geben.“ Darum sei es bei dem Kunstprojekt gegangen, darum ginge es aber auch beim Sozialen Mittagstisch.

Der Künstler Friedel Deventer würdigte in einer Ansprache das Engagement von Ludger Joos, dem er eines seiner Bilder als Geschenk überreichte. Es trägt den Titel „Das Prinzip Hoffnung“. Seiner Frau Maya sei es mit den Bildern gelungen, die Menschen zu beseelen, die sie porträtiert hatte – eine Kunst, der Joos im Alltag nachkomme. Das gemeinsame Werk, die geschaffene Fassade, sei Ausdruck einer großen Sehnsucht, die sinnlose Zerstörung etwas, dem man künstlerisch begegnen wolle, um dem Prinzip Hoffnung gerecht zu werden.

Das Wandbild in der Turmstraße, an den Außenmauern des Mittagstischs von St. Michael, ist mit weißer Farbe zerstört worden. Quelle: CHH

Ähnliche Töne schlug auch Oberbürgermeister Köhler an: „Man würdigt das Werk anderer nicht durch Zerstörung.“ Es sei bitter und falsch, dass ein Teil dessen, was geschaffen worden sei, zerstört wurde. Er selbst sei im Sommer vor Ort gewesen und habe sich darüber gefreut, dass man in Deutschland nun verstehen könne, warum in den südlichen Ländern die Mittagspause „etwas länger“ ausfalle. Köhler stellte den Vergleich auf, wie oft diese „verlängerte Mittagspause“ Vorurteile von Faulheit schüre. Vorurteile wiederum wolle man mit dem Sozialen Mittagstisch bekämpfen, ein wichtiges Signal an alle Göttinger. Dass sich namhafte Göttinger Künstler dazu bereitgefunden hätten zugunsten dieses Projekts eigene Arbeiten für den Verkauf einzubringen, ein wichtiger Schritt.

Von Claudia Bartels

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