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Göttingen „Es kommt drauf an, auf was man wartet“
Die Region Göttingen „Es kommt drauf an, auf was man wartet“
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00:19 11.09.2017
Die Post testet neue Formen der Briefzustellung. Quelle: dpa
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Göttingen

Bereits seit Anfang Juli testet die Deutsche Post in einem Pilotprojekt neue Formen der Briefzustellung. Dabei konnten ausgewählte Kunden wählen, ob sie Briefe als Sammelzustellung an einem Wochentag, an drei oder an fünf Tagen geliefert bekommen wollen. Kritik an diesem Projekt äußerte bereits die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie betonte, dass die Deutsche Post zu „einer flächendeckenden Grundversorgung verpflichtet ist“.

Was würde eine geringere Zustellungsfrequenz für die Bürger bedeuten? Haben nicht WhatsApp, Facebook, E-Mails und andere Formen den Briefverkehr abgelöst?

Jutta da Corte, Vorsitzende im Kreisverband Göttingen des Sozialverbandes VdK, berichtet, sie habe den Eindruck, die „Briefträger würden sich nicht mehr so intensiv um die Zustellung kümmern, wie früher“. Da sie aber etwa 1500 Mitglieder allein im Ortsverband mit Einladungen zu Veranstaltungen, Geburtstagswünschen und weiteren Schreiben versorgen müsse, sei sie auf eine zuverlässige Briefzustellung angewiesen. Die meisten von ihnen würden das Internet kaum nutzen, deswegen seien sie beispielsweise nicht per E-Mail erreichbar. Wenn Mitglieder aber ihre Geburtstagspost nicht rechtzeitig oder gar nicht erhielten, seien sie überzeugt, sie seien vergessen worden. Und wenn sie keine Einladung zu einer Veranstaltung erhielten, würden sie auch nicht kommen. Für den Verband sei dies sehr „unangenehm und schade“.

Irmgard Grothey würde es hingegen nicht stören, wenn sie nur noch an zwei oder drei Tagen in der Woche ihre Briefpost zugestellt bekäme. Sie schreibe zwar viele Briefe und nutze das Internet gar nicht, könne aber gut „ein paar Tage mehr auf ihre Post warten“.

Das sieht Patrick Houdaert, Fischhändler, wiederum anders. Er betont, dass manche Schreiben so wichtig seien, dass er „jede Stunde in den Briefkasten gucken“ würde und es „heikel“ fände, wenn die Zustellung solcher Schreiben eingeschränkt sei. Andere Briefe wiederum, die weniger wichtig seien, könnten auch mit Verzögerung zugstellt werden. Es komme darauf an, „auf was man wartet“. Außerdem merkt er an: „Die Zeiten haben sich geändert. Viel häufiger als Briefe würden Pakete zugestellt werden.“ Diese wären aber von einer möglichen Änderung nicht betroffen.

Für Felix Rinckhoff wäre es wichtig, wenn „man wüsste, wann die Briefe zugestellt“ würden. Ein Mal pro Woche sei ihm aber zu wenig. Außerdem betont auch er die Unterscheidung zwischen wichtigen und weniger wichtigen Briefen. Manche Schreiben, beispielsweise der Versand von Bewerbungsunterlagen oder Kündigungen, seien fristgerecht einzureichen und erforderten eine zuverlässige und rechtzeitige Zustellung.

Lydia Pietsch, die sich selbst als „Briefeschreiberin“ bezeichnet und viel Post bekommt, würde es nicht stören, wenn die Briefe gebündelt zugestellt würden. „Briefe, die per Einschreiben versendet werden, oder Eilbriefe sind ja meines Wissens nach nicht betroffen. Ich mache mir eher Gedanken um die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter“, sagt sie.

Von Laura Brand

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