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Göttingen Medikamentenmangel in Kliniken
Die Region Göttingen Medikamentenmangel in Kliniken
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18:00 22.09.2017
Nicht alle Medikamente sind jederzeit verfügbar. Quelle: ddp
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Göttingen

In den vergangenen Jahren habe sich dieses Problem deutlich verschärft, erklärt der Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA), Matthias Bohn. Problematisch wird es, wenn beispielsweise Narkosemittel auf einmal nicht lieferbar sind: Dann müssen Operationen verschoben werden, oder die Mediziner müssen auf weniger bewährte Mittel zurückgreifen.

Stefan Weller, Sprecher des Göttinger Universitätsklinikums, spricht von Medikamentenknappheit bei bestimmten Antibiotika. Das Problem betreffe “alle Krankenhäuser, auch hier in der Region oder in Nordhessen”. Auch am Göttinger Universitätsklinikum komme es “zunehmend zu Engpässen in der Versorgung mit diversen Medikamenten, insbesondere auch mit Antibiotika”. Ein Grund liege in der Verlagerung der Medikamentenproduktion ins Ausland, beispielsweise nach Asien. Die Patienten des Klinikums seien davon jedoch bislang noch nicht betroffen, sagt Matthias Bohn, Leiter der Klinikapotheke der Universitätsmedizin Göttingen (UMG): „Wir stellen mit allen Mitteln sicher, dass wir diese Medikamente bekommen. Hier helfen sich die Unikliniken untereinander über ihren Einkaufsverbund ‚Gemeinschaftlicher Einkauf Norddeutscher Universitätsapotheken‘” (Genua). “Auch suchen wir nach alternativen Medikamenten auf dem Markt“, erklärt Bohn. „Leider ist es jedoch so, dass für den Klinikmarkt andere gesetzliche Bestimmungen gelten als in der Medikamentenversorgung über niedergelassene, öffentliche Apotheken.” In diesem Bereich sei den Pharma-Unternehmen die Vorratshaltung eines durchschnittlichen zwei Wochen-Bedarfs vorgeschrieben. Für die krankenhausspezifischen Medikamente jedoch fehle bislang eine solche gesetzliche Bestimmung. Bohn: “Das bedeutet, dass die Hersteller für Klinikware nicht in der Pflicht stehen, entsprechende Mindestvorräte sicherzustellen.“

Auch im Evangelischen Krankenhaus Weende spielt die hauseigene Apotheke eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung des Versorgung des Krankenhausbetriebes mit pharmazeutischen Produkten auch bei Verfügbarkeitsproblemen. Bei einigen Medikamenten trete “vereinzelt” ein Lieferengpass auf, erklärt Prof. Peter Neumann, Anästhesie-Chefarzt in Weende, aber: “Unsere Krankenhausapotheke konnte jederzeit Ersatz liefern, so dass die Versorgung von Patienten zu jedem Zeitpunkt gesichert war.”

Derzeit gebe es beim wichtigen Narkosemittel Remifentanil keinen Engpass. Das war nicht immer so: „Wir hatten im März einen kurzzeitigen Lieferengpass des Mittels,“ erläutert Neumann. „Daher haben wir es in diesem Zeitraum vor allem bei kurzen Operationen eingesetzt.“

Für länger andauernde Operationen seien Opiate mit einer längeren Wirkdauer verwendet worden, “die jedoch nicht schlechter sind als Remifentanil, sondern nur nicht so gut steuerbar”. Operationen hätten wegen des Engpasses jedoch nicht abgesagt werden müssen.

Von Matthias Heinzel

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