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Göttingen Mehr Impfwillige, weniger Impfstoff als geplant
Die Region Göttingen Mehr Impfwillige, weniger Impfstoff als geplant
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20:49 08.11.2009
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13 Apotheken in Stadt und Landkreis Göttingen werden mit dem H1N1-Impfstoff Pandemrix beliefert. In der Apotheke von Martin Anschütz in Geismar sind bislang 1000 Impfdosen angeliefert und an die Hausärzte verteilt worden. „Am Montag erwarten wir die nächste Lieferung“, so Anschütz. Zurzeit lägen mehr Bestellungen vor, als geliefert werden können. Für eine Verknappung lägen aber noch keine Meldungen vor.
„Leider wird weniger Impfstoff ausgeliefert als geplant“, bestätigt auch Thomas Spieker, Sprecher des Niedersächsischen Ministeriums für Gesundheit und Soziales. Eigentlich sollten landesweit pro Woche 200 000 Einheiten Impfstoff zur Verfügung gestellt werden, in der kommenden Woche werden aber nur 136 000 ausgeliefert. Spieker spricht von einer „Verknappung“ und rechnet niedersachsenweit mit Wartelisten für Impfwillige.

Dass sich die Probleme häufen würden, sei abzusehen gewesen, sagt Apotheker Bertram Schütze, Inhaber der Altstadt Apotheke in Göttingen. Er nennt das Verteilungssystem des Impfstoffs „unsinnig“. Seiner Meinung nach hätte man lieber auf bewährte Strategien zurückgreifen sollen, anstatt neue Strukturen zu schaffen. „Hier läuft etwas falsch“, sagt Schütze.

„Falsch aufgezäumt“

Die Aktion sei „von ganz oben falsch aufgezäumt“ worden. Das beginne schon mit dem Umstand, dass der Impfstoff nicht auf dem freien Markt verfügbar sei. Das habe er so bisher noch nicht erlebt. Vielmehr kaufe der Staat den Impfstoff ein und verteile ihn dann „per Lotterie“ an die Apotheken. So seien beispielsweise in Niedersachsen lediglich 400 von 1600 Apotheken mit dem Impfstoff beliefert worden. „Ich habe eine Niete gezogen“, berichtet der Apotheker Schütze. „Ich konnte nicht liefern, obwohl ich viele Anfragen von Ärzten erhalten habe.“

Durch das neue Verteilungssystem des Impfstoffs habe sich noch ein weiterer Nachteil ergeben: „Die Produktion von Großeinheiten, die nicht marktgerecht sind“, so Schütze. Die Zehnergebinde würden viele Praxen vor Probleme stellen. „Und warum das alles? Weil man normale Verbindungswege außer Kraft gesetzt hat.“

Obwohl das ganze System „abartig“ sei, sehe er nun die Gefahr, dass die Impfaktion im Nachhinein als gelungen dargestellt werde und das neue Vergabemodell erneut zum Einsatz komme. Dabei bedeute es vor allem „mehr Bürokratie, mehr Aufwand, mehr Verunsicherung“.

Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, steigt, auch die Zahl der Fälle nehme zu, bestätigte Helmut Eiffert, Mikrobiologe an der Universität Göttingen. Auch bei den Studenten sei das zu beobachten.

Unterdessen sind drei Patienten im Uniklinikum wegen der Schweinegrippe in stationärer Behandlung. Ein Mann mit schweren Vorerkrankungen ist nach wie vor in einem „kritischen Zustand“, zwei weitere Patienten sind stabil.

Weitere Infos und eine Liste aller Impfärzte gibt es im Internet unter www.kvn.de. Die Kassenärztliche Vereinigung schaltet ab heute, 8 Uhr, eine Hotline: 01 80 /1 15 55 11.

afu/bib

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