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Göttingen Mehr als 100 Zuschauer im Gemeindesaal
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00:28 02.05.2018
Die Theatergruppe „Schmetterlingseffekt“ der Selbsthilfe Körperbehinderter spielt „Die Schmatzinsel“. Quelle: Foto: Richter
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Göttingen

Die Theatergruppe „Schmetterlingseffekt“ und die Selbsthilfe Körperbehinderter brachten das selbst geschrieben Stück „Die Schmatzinsel“ auf die Bühne. Es handelt von der kiffenden Kapitänin „Mary Weed“, gespielt von Renate Hillebrand, und ihrer abgewrackten Mannschaft. Das einzige, was die Protagonisten verbindet, ist, dass sie Schwächen haben. So hat Mary ein Drogenproblem und falsche Freunde, die ihre Schatzkarte stehlen wollen. Odysseus, gemimt von Julius Lauer, leidet unter Leistungsdruck. Der junge „Percy Jackoff“, gespielt von Cedric Bastian Schettler, ist hyperaktiv und wird in der Schule gemobbt. Er ist auf der Suche nach seinem Vater. Die Mannschaft denkt, dass ihre Kapitänin sie zu einer Schatzinsel führt. Doch am Ende entpuppt sich die Fahrt als eine Art Selbsterfahrungstripp, bei dem es Mary darum geht, auch ohne Gold glücklich zu werden.

Wortwitz und zotige Pointen

Die Dialoge waren geprägt von Wortwitz, die Pointen oft zotig. Die Schauspieler reimten und sangen. Dabei wurden bekannte Lieder mit neuen, ironischen Texten versehen. Gino Brückner spielte Gitarre, Base-Drum und Klavier. Juliane Meyer spielte Gitarre, und Hans-Peter Hucke musizierte mit der Blues Harp. Das Stück wurde in Gedenken an Hanjo Gluding und Christiane Schindler aufgeführt.

8. Göttinger Theaterfestival von Menschen mit und ohne Behinderung im Gemeindesaal der Ev.-Ref. Kirche Göttingen

Der Theaterpädagoge Tobias Wojcik hat das Festival initiiert. Er betreut die Gruppen „Schmetterlingseffekt“ und „Boing“. Einmal im Jahr erarbeiten diese ein neues Stück. Die Frage sei dann: Wo treten wir damit auf?, erklärt Wojcik und fügt an: „Ich habe uns dann einfach selbst ein passendes Format entwickelt, und das ist dann das Theaterfestival geworden.“ Wojcik sieht es als seine Aufgabe, allen das Theaterspielen zu ermöglichen. Für Menschen mit Handicap sei das gar nicht so einfach. Manche würden sich nicht auf die Bühne trauen. „Hier haben sie einen Platz“, sagt Wojcik. Die Theaterabende seien jedes Mal ausverkauft.

Die Stücke von „Schmetterlingseffekt“ entstehen spontaner

Die Stücke der Gruppe „Boing“ würden vorrangig politisches Geschehen aufs Korn nehmen, sagt Wojcik. Er fungiere hier oft Ideengeber. „Wir schicken Alice Weidel von der AfD auf eine Reise. Es geht darum, dass wir eine Partei im Bundestag sitzen haben, die offen rechtsradikal agierende Leute in ihrer Mitte duldet. Da wollten wir ein paar Worte drüber verlieren“, erklärt der Theaterpädagoge. Das Stück basiere auf Carolls Alice im Wunderland. Mit dem Unterschied, dass eine AFD-Politikerin auf eine Reise geschickt werde. Die Stücke von „Schmetterlingseffekt“ entstünden spontaner, und die Schauspieler seien als Ideengeber mehr eingebunden.

Besonders freut sich Wojcik über die Gastgruppe aus Leipzig, das „Knalltheater“ unter der Leitung von Larsen Sechert. Ihre Aufführung mit dem Titel „Ich war Macbeth“ behandelt die authentische Geschichte von Jonas, der vor seinem Unfall ein gefeierter Jugendschauspieler war. Danach muss er sich mit seiner Behinderung auseinandersetzen. Reflektierend zieht er Parallelen zwischen seiner Geschichte und die seiner einstigen Paraderolle als Macbeth.

Von Julian Habermann

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