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Göttingen Menschen aus der Region meiden islamische Länder
Die Region Göttingen Menschen aus der Region meiden islamische Länder
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00:17 11.01.2017
Quelle: Heller
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Göttingen

„Türkei ist ein echtes Problem“, fasst Joachim Bekedorf, Inhaber des First-Reisebüros an der Göttinger Burgstraße, die Beobachtungen vieler seiner Kollegen zusammen.

Das einst so beliebte Reiseziel am östlichen Mittelmeer würden derzeit nur noch Kunden buchen, „die schon seit 20 Jahren dort hinfahren und sich sagen ,jetzt erst recht‘“, so Bekedorfs Erfahrung.

Überhaupt sei die Nachfrage nach dem gesamten arabischen Raum „völlig eingebrochen“. Tunesien, Ägypten, zählt Bekedorf aus, selbst Marokko sei nicht mehr gefragt. „Die Kunden wollen nicht in islamische Länder“, auch wenn viele Ängste irrational seien, glaubt Bekedorf.

„Ich selbst hätte keine Bedenken“, in der Türkei oder in Tunesien Urlaub zu machen, sagt Sybille Stumpe, Inhaberin der gleichnamigen Reisebüros in Nörten-Hardenberg und Moringen. „Im Moment kann überall ewas passieren“, meint sie. Sie sehe eher politische Gründe, zurzeit nicht in die Türkei zu reisen.

Während ihre Kunden die Türkei zurzeit eher nicht buchen möchten, berichtet Christine Graf, habe sie selbst erst im November in der Türkei Urlaub gemacht. „Ich wollte mir selbst ein Bild machen“, sagt die Teamleiterin im TUI-Reisecenter am Papendiek in Göttingen.

Die Preise, die Qualität der Hotels und die „superfreundlichen Menschen“ in der Türkei seien allerdings keine Argumente, mit denen man einen Kunden überzeugen könne, wenn dieser Vorbehalte oder „ein Grummeln im Bauch habe“.

Auch im Thomas-Cook-Reisebüro in Bovenden ist nach Angaben von Leiterin Birgit Hippe die Türkei als Reiseziel für 2017 „außen vor“. Sie nennt die Politik von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan als Grund.

„Die Kunden sind schon sehr kritisch,“ ergänzt Hippe. Das bestätigt auch Nadine Renken, Büroleiterin im Göttinger Karstadt-Reisebüro. „Viele Kunden sagen, sie sind mit der Haltung von Erdogan nicht einverstanden“, schildert sie ihre Erfahrungen.

Nach Auskunft von Jennifer Maksel vom Marks-Tours-Reisebüro in Rosdorf seien es „nicht viele Kunden, die sich vor Terror ängstigen“. Die Türkei und auch Ägypten würden weiterhin gebucht, sagt sie. Außerdem werde ein verstärktes Interesse an Rundreisen registriert. „Studienreisen sind stärker gefragt denn je“, so Maksel.

Bei den meisten Reisebüros liegt der Tageblatt-Umfrage zufolge Spanien in der Gunst der Urlauber aus Südniedersachsen ganz weit vorn. Auch Italien und Griechenland wird von vielen Kunden als Alternative gesehen.

Gefragt seien auch die Ziele, die mit Eigenanreise zu erreichen sind – Nord- und Ostsee, wie Stumpe und Renken nennen, nach Aussage von Graf aber auch Österreich und Italien.

Schließlich wählen immer mehr Kunden auch eine Kreuzfahrt, bestätigen die Reiseprofis. „Schiffsreisen laufen super“, sagt Joachim Bekedorf, vor allem mit der „Mein Schiff“-Flotte oder auf den Aida-Schiffen.

„Wer das einmal gemacht hat“, bestätigt Sybille Stumpe, „der wird Wiederholungstäter“. Birgit Hippe ahnt, warum: „Manch eine Kreuzfahrt ist günstiger als zwei Wochen Kanaren.“ Wohin auch immer die Ferienreise 2017 gehen soll – die Experten aus den regionalen Reisebüros raten, so zügig wie möglich zu buchen. Frühbucherpreise gebe es noch bis Ende Februar, danach steigen die Preise und die Auswahl schrumpfe.

 

Sicherheitshinweise
Laut Informationen des Auswärtigen Amtes bestehe „die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen“ fort. Der Grad der terroristischen Bedrohung sei von Land zu Land unterschiedlich, heißt es weiter, und: „Die Gefahr, Opfer eines Anschlages zu werden, ist im Vergleich zu anderen Risiken, die Reisen ins Ausland mit sich bringen, wie Unfällen, Erkrankungen oder gewöhnlicher Kriminalität, vergleichsweise gering.“

Reisenden wird „nachdrücklich ein sicherheitsbewusstes und situationsgerechtes Verhalten“ empfohlen. Vor der Reise kann man sich auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes (auswaertiges-amt.de) über die Situation im Reiseland informieren. Aktuell nennt dort die Behörde unter anderem eine Teilreisewarnung für Ägypten. Türkei-Reisenden wird zu „besonderer Wachsamkeit und Vorsicht“ geraten.

Auch solle man sich über die Entwicklung der aktuellen Lage informieren und Kontakt mit dem Reiseveranstalter oder der Fluglinie zu halten. „Im Reiseverkehr kann es weiterhin zu Beeinträchtigungen und insbesondere zu verstärkten Sicherheitskontrollen an den Flughäfen kommen. Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen“, heißt es weiter.

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