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Göttingen „Wir wollen keine neuen Balkone“.
Die Region Göttingen „Wir wollen keine neuen Balkone“.
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17:09 17.08.2018
Andreas Bening von der Adler Real Estate erklärte das Vorhaben Quelle: bib
Göttingen

Die Adler Real Estate besitzt rund 1100 Wohnungen in Grone, davon 500 in Grone Süd. Die Häuser und Wohnungen sollen saniert werden. Einige der Bewohner kritisieren das, sie befürchten zu hohe Mieten nach der Renovierung.

Kritik am Veranstaltungsort

Knapp 70 Bewohner aus Grone Süd sind am Donnerstag ins Hotel Freizeit In gekommen. Dort stellte Andreas Bening, Projektentwickler der Immobilienfirma, die Planungen für Grone Süd vor. Auch die Wahl des Veranstaltungsortes kritisierten die Bewohner - zu weit entfernt sei das Hotel. „Wir wollten die Sporthalle mieten”, sagte Bening. Das habe aber nicht geklappt, da dort keine Stühle zur Verfügung gestanden hätten.

50 Jahre alte Wohnungen sanieren

Bening stellte anschließend vor, was die Adler im Stadtteil vorhat. 500 Haushalte seien bereits angeschrieben worden. Als „Beweggründe” für die Sanierung der etwa 50 Jahre alten Gebäude nannte er unter anderem eine „soziale Durchmischung”, eine Senkung der Energiekosten und die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum. Das genau ist der Punkt, an dem sich einige der Mieter stören, denn sie befürchten, die Mieten nach der Sanierung nicht mehr bezahlen zu können. „Wir wollen sieben Prozent der Wohnungen in der sozialen Bindung lassen”, erklärte Bening.

Einige Tage in der Wohnung

Dennoch: Die Mieten werden steigen, Teile der Sanierungskosten darüber weitergegeben. Wie hoch allerdings die Beträge für die einzelnen Wohnungen ausfallen, konnte er noch nicht beziffern. Die Steigerung liege zwischen 19 Cent und 2,59 Euro pro Quadratmeter und Monat – je nach Aufwand. Denn nicht in jedem Gebäude werde gleich saniert. Auf alle drei- bis vierstöckige Gebäuden werden neue Wohnungen aufgestockt. Zudem stehen dort neue Balkone, Aufzüge und die thermische Modernisierung an. Andere Häuser werden nur thermisch saniert und bekommen neue Balkone. Strangsanierungen und neue Eingangstüren seinen ebenfalls geplant. „Die Arbeiten sollen etwa von März 2019 bis Juni 2020 laufen”, so Bening. Die Häuser werden bis zu sechs Monate lang saniert, in den einzelnen Wohnungen beschränke sich die Zeit auf etwa drei Tage bis eine Woche.

„So wenig Belastungen wie möglich”

„Eine 75 Quadratmeter große Wohnung kostet dann jeden Monat etwa 200 Euro mehr, viele können das nicht bezahlen”, kritisierte ein Bewohner. Mieten von gut acht Euro bis über zehn Euro pro Quadratmeter Fläche seien für viele einkommensschwache Menschen ein großes Problem. „Das treibt uns die Tränen in die Augen”, so eine Mieterin. Andere befürchten vor allem Dreck, Lärm und Belästigungen während der Bauarbeiten. Bening versprach „so wenig Belastungen wie möglich”. Außerdem relativiere sich die höhere Miete durch Einsparungen bei den Energiekosten.

„Wir bauen auch für die Zukunft”

„Wir wollen und brauchen keine größeren Balkone”, beschwerte sich eine andere Mieterin. „Die allermeisten hier wollen das nicht, wir wohnen in Grone Süd, weil wir nicht viel Geld haben. Bening ließ das nicht gelten. „Wir bauen auch für die Zukunft”, sagte er, „und für die kommende Generation”.

„Wir haben lange an unserem Ruf gearbeitet

„Mit 2,59 Euro drauf wird hier bezahlbarer Wohnraum vernichtet”, so ein anderer Gast. „Den werden sie in Grone Süd eh nicht los, wir haben lange an unserem Ruf gearbeitet”, sagte er und erntete Applaus. „Wir wollen nur minimale Sachen, keine großen Balkone”, sagte eine Mieterin. Eine weitere sorgte sich darum, dass sie als Harzt-IV-Empfängerin nicht mehr in ihrer Wohnung bleiben könne. Bis auf die neuen, aufgestockten Wohnung, so Bening, blieben aber alle anderen im Rahmen der amtlichen Kosten der Unterkunft.

Von Britta Bielefeld

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