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Göttingen Mindestens 6,2 Millionen Euro für Ostviertel-Villa
Die Region Göttingen Mindestens 6,2 Millionen Euro für Ostviertel-Villa
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00:19 23.09.2017
Steht zum Verkauf: Mindestens 6,2 Millionen will die Stadt für das Fridtjof-Nansen-Haus haben. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Zum Verkauf steht ein knapp 6200 Quadratmeter großes Grundstück im oberen Ostviertel an der Merklestraße mit einer um 1900 gebauten, denkmalgeschützten Villa. Diese verfügt über 1650 Quadratmeter Nutzfläche. Weiter gehören eine 330 Quadratmeter große Bibliothek mit Kinosaal, ein Studentenwohnheim mit 1550 Quadratmetern Fläche und ein 90 Quadratmeter großer Pavillon zum Angebot.

Grund für den Verkauf der ehemalige Tuchmacher-Villa ist der Auszug des Goethe-Instituts, das das inzwischen sanierungsbedürftige Fridtjof-Nansen-Haus in der Merkelstraße seit 1973 angemietet hat. Die Stadtverwaltung nennt den Instandhaltungszustand in dem Exposé als „durchschnittlich, dem Baujahr entsprechend“. Kaufinteressenten empfiehlt die Verwaltung aber, „das Objekt von einem Bausachverständigen begutachten zu lassen“. Einen grundlegender Sanierungsbedarf sieht die Stadtverwaltung nicht.

Nur im Ganzen zu verkaufen

Das Goethe-Institut wird im kommenden Jahr in ein moderneres Gebäude an der Güterbahnhofstraße umziehen. „Für uns ist das Gebäude wirtschaftlich nicht zu halten“, sagte Institutsleiterin Ulrike Hofmann-Steinmetz über die Villa. „Wir haben unheimliche Kosten.“

Im Verkaufsexposé heißt es weiter: „Das Objekt ist nur im Ganzen zu erwerben, ein Teilerwerb der einzelnen Gebäude und eine damit verbundene Teilung des Grundstücks sind nicht möglich. Im Falle eines Erwerbs sind die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und das zugehörige Grundstück, insbesondere im Hinblick auf die denkmalschutzrechtlichen Anforderungen, zu erhalten.“ Wegen „der baurechtlich bedingten, eingeschränkten Nutzbarkeit“ empfiehlt die Verwaltung „eine fortführende Nutzung im Bereich der Seminar- und Tagungsdienstleistung mit Übernachtungsmöglichkeit“.

Kaufpreis und Nutzung als Kriterium

Bislang hat es nach Verwaltungsangaben „vier bis fünf konkrete“ Nachfragen für das Fridtjof-Nansen-Haus gegeben. „Allerdings soll es ja ein öffentliches Angebotsverfahren geben. Darauf haben wir alle bisherigen Interessenten hingewiesen“, sagte Verwaltungssprecher Johannson. Die Kriterien bei dem geplanten Bieterverfahren sind die gebotenen Kaufpreise und die eingereichten Nutzungskonzepte. Deren Bewertung übernehmen „Fachleuten aus den Gebieten des Städtebaus und der Architektur“. Abschließend entscheidet der Rat der Stadt.

„Exponiertes Gebäude in einer hervorragenden Lage“

In der jüngsten Ratssitzung hatte die Ratsmehrheit einen Antrag der Linken abgelehnt: Diese hatte darin gefordert, das Fridtjof-Nansen-Haus nicht zu verkaufen, und hatte eine Nutzung für kulturelle und oder soziale Zwecke vorgeschlagen. „Über den Verkauf können wir wichtige andere Maßnahmen halten“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) im Rat. Die Stadt verkaufe keine Immobilien, die sie benötige. Bereits im Mai hatte Köhler die Behauptung von CDU-Ratsherr Hans Otto Arnold dementiert, die Sanierung des Fridtjof-Nansen-Hauses würde rund zehn Millionen Euro kosten. Köhler vertrat die Ansicht, dass sich das „exponierte Gebäude in einer hervorragenden Lage“ wirtschaftlich gut nutzen lasse.

Die Sitzung des Bauausschuses beginnt am Donnerstag, 21. September, um 16 Uhr in Raum 118 des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4.

Von Michael Brakemeier

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