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Göttingen Mini-Sperrmauer im Edersee taucht auf
Die Region Göttingen Mini-Sperrmauer im Edersee taucht auf
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11:54 26.09.2018
Edertal: Das Mini-Sperrmauermodell ist aus den zurückgehenden Fluten des Edersees aufgetaucht. Das Modell ist vor 100 Jahren parallel zum Bau der echten Edertalsperre entstanden. Quelle: dpa
Edersee

Die Mini-Sperrmauer sei nur bei extremem Niedrigwasser zu sehen, erklärte der Edersee-Experte und Autor Uli Klein. Das Modell sei vor über 100 Jahren parallel zum Bau der echten, 48 Meter hohen Edertalsperre entstanden. „Ingenieure haben dort Strömungsversuche gemacht“, sagte Klein.

Im März 1910 hatte der eigentliche Bau der Sperrmauer begonnen. Die Ingenieure benötigten aber auch ein Modell der Talsperre, das im April 1910 nahe der Bericher Hütte im Maßstab 1:40 fertig gestellt wurde. „Daran testeten sie mit Wasser aus dem Mühlengraben des Werbe-Bachs das Strömungsverhalten des Wassers bei einem Überlauf der Sperrmauer und bei geöffneten Notablässen“, erklärte der Autor.

Edersee nur noch zu 13 Prozent gefüllt

Der nordhessische Edersee ist nur noch zu 13 Prozent gefüllt. Der Stauraum des Sees beträgt knapp 200 Millionen Kubikmeter. Volumenmäßig ist er damit der drittgrößte Stausee Deutschlands.

Der Edersee ist fast leer und hat eine selten sichtbare Attraktion freigegeben: Ein Modell der Sperrmauer ist am westlichen Ende des Sees aus dem Wasser aufgetaucht.

In dem Stausee befinden sich die Ruinen verlassener Ortschaften, die bei Trockenheit auftauchen. Die Dörfer Asel, Berich und Bringhausen wurden beim Bau des Sees abgerissen oder abgetragen. 900 Menschen im Bereich des Stausees mussten damals ihre Heimat aufgeben.

Bereits im August waren die alte Aseler Brücke, Teil des „Edersee-Atlantis“ aus den Fluten aufgetaucht. Die Ruinen aufgegebener Dörfer sind eine Attraktion, aber auch Warnsignal, wenn sie vor dem Herbst zu sehen sind. Wenn der Wasserverlust weiter so hoch bleibe, werde Ende August die kritische Marke von 20 Prozent erreicht, warnte Winfried Geisler, Vorsitzender des Regionalverbands Eder-Diemel in Edertal damals. Das ist heute längst eingetreten.

Pegelstände sind am Edersee ein Politikum

Aus den Fluten des Edersees aufgetaucht: die Bericher Hütte. Der nordhessische Edersee ist nur noch zu 13 Prozent gefüllt. In dem Stausee befinden sich die Ruinen verlassener Ortschaften, die bei Trockenheit auftauchen. Quelle: dpa

Doch verändert habe sich bisher wenig. Dabei wären für die Edersee-Anrainer zwei Wege denkbar, um länger Wasser im Edersee zu halten. „Eine Option wäre, dass man den Pegel genauer fährt“, sagt Geisler. Das bedeute, den geplanten Wasserstand in der Weser bei Hann. Münden genau einzuhalten statt deutlich darüber zu liegen. Die andere Möglichkeit sei, schon früher in der Weser in den Sparmodus zu schalten, um länger Wasser im Edersee zu haben.

Blaualgen im Edersee

Wegen Blaualgen im Edersee hatte der Landkreis Waldeck-Frankenberg vor kanpp zwei Wochen vom Baden abgeraten. Die Bakterien hätten sich derzeit in dem Gewässer ausgebreitet, sagte eine Kreissprecherin. „Wenn es wieder kälter wird, wird sich das Problem von allein lösen“, sagte die Sprecherin.

Blaualgen haben auf der Wasseroberfläche in der Bringhäuser Bucht am Edersee giftgrüne Schlieren erzeugt. Quelle: dpa

Die oft Blaualgen genannten Cyanobakterien existieren in 2000 Arten auf der Erde, nur etwa 40 davon erzeugen unter bestimmten Umständen Gift und können Seen verseuchen. Kommt der Mensch mit ihnen in Kontakt, drohen Haut- und Schleimhautreizungen. Schluckt ein Badender belastetes Wasser, kann es zu Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen kommen.

Wie lange Blaualgen im See sind, hängt davon ab, wie schnell sich der See regeneriert. In manchen Fällen sinkt die Konzentration bereits innerhalb weniger Tage wieder auf ein unbedenkliches Niveau – manchmal dauert es Monate.

Edersee Kulisse für ZDF-Miniserie

Zuletzt hatten am Ederseen die Dreharbeiten zu einer neuen ZDF-Miniserie begonnen, die den Arbeitstitel „Die verlorene Tochter“ trägt. In dem „geheimnisvolles Drama um Familie, Wahrheit und Vergessen“, wie das ZDF beschreibt, sind Henriette Confurius, Claudia Michelsen, Christian Berkel und Götz Schubert in den Hauptrollen zu sehen. Regie führt Kai Wessel nach den Drehbüchern von Christian Jeltsch.

Von dpa/mib

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