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Göttingen UMG-Neubau: Minister gibt Startschuss
Die Region Göttingen UMG-Neubau: Minister gibt Startschuss
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08:06 31.01.2018
Thümler (l.) mit Kroemer (2.v.l), Heinze und Siess (r.) am Baufeld für das neue Bettenhaus. Quelle: Foto: Hinzmann
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Göttingen

Mit dem Neubau der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) geht es - auch unter der neuen Landesregierung - zügig weiter. Am Dienstag ist Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) im Klinikum zu Gast gewesen. Während einer Pressekonferenz zum Neubau sagte er zu Errichtung des neuen Bettenhauses: „Das Gute in Göttingen ist: Die UMG ist selbst Bauherr und kann sofort loslegen.“

Thümler freute sich mit den Vorständen des Klinikums über diesen „Startschuss”. Die Vorbereitungsarbeiten für das Gebäude laufen bereits, das Geld dafür sei im Landes-Haushalt hinterlegt. Es ist das größte Gebäude im gesamten Neubauplan und Auftakt zum praktisch völligen Neubau der Göttinger Unimedizin. Über das neue Bettenhaus hinaus hat die UMG einen Generalentwicklungsplan aufgestellt, der einen Neubau aller alten Klinikbereiche in mehreren Schritten beinhaltet. Der müsse nun „so schnell wie möglich” umgesetzt werden, so der Minister. UMG-Vorstandssprecher Heyo Kroemer wies darauf hin, dass die „grundsätzliche Anerkennung des Masterplans durch das Land” inhaltlich zentral für die weitere Planung ist. Für die UMG heiße das: „Es kann so gebaut werden.” Die UMG soll auch in den weiteren Bauabschnitten bis 2033 Bauherr bleiben, das bestätigte Thümler. Die „Bauherren-Eigenschaft“ wolle man stärken, so der Minister. Und weiter: „Ich komme dann gerne zur letzten Grundsteinlegung wieder.”

Rund eine Milliarde Euro sollen in einem Sondervermögen des Landes für die Modernisierung der Göttinger Uniklinik zur Verfügung stehen. Kroemer: „Wir freuen uns sehr über diese klare Positionierung.“ Was zunächst gar nicht so neu klingt, ist nach Aussage Kroemers für die UMG von enormer Bedeutung. Denn: Dank der Akzeptanz seitens der Landesregierung könne die UMG nun auf der Grundlage des Masterplans den Bauentwicklungsplan aufstellen und weitere Planungen - beispielsweise den Bau von Parkplätzen - bereits vorantreiben. „Die bauliche Entwicklungsplanung muss vorliegen, damit die Mittel aus dem Sondervermögen freigegeben werden können”, erklärte der Minister. Und dieser bauliche Entwicklungsplan, so Kroemer, könne von der UMG noch in diesem Jahr erstellt werden.

„Das Bettenhaus soll nach Möglichkeit 2022 fertig werden”, sagte UMG-Finanzvorstand Sebastian Freytag. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits, der Bauzaun wird errichtet, der Fahrradweg von der Von-Siebold-Straße an der Südseite des Klinikums entlang wurde bereits gesperrt. Der eigentliche Bau soll 2019 starten.

Einige Baustufen des Masterplans

Nach dem Bettenhaus sollen dem Masterplan nach unter anderem folgende Bauabschnitte folgen:

2019: Abriss Vorstandsgebäude, Bau Parkhaus-Ost.

2020: Bau Verwaltungsgebäude auf jetzigem Mitarbeiter-Parkplatz

Bau Parkhaus West.

2021: Neubau OP-Zentrum und Eltern-Kind-Zentrum.

2023: Fertigstellung Bettenhaus, Rückbau/Abriss altes Bettenhaus 1.

2014/25: Baubeginn Gebäude Diagnostik und Neurozentrum, Baubeginn Laborgebäude. Inbetriebnahme OP-Zentrum, Eltern-Kind-Zentrum und Hubschrauberlandeplatz.

2026: Baubeginn Lehrgebäude/Zahnzentrum, Abriss altes MRT-Gebäude nach Fertigstellung Diagnostik-Bau.

2027/28: Bau Onkologisches Zentrum, Baubeginn Forschungsgebäude, Inbetriebnahme Diagnostikzentrum

2029: Inbetriebnahme Lehrzentrum

2034: Beginn Rückbau des zentralen UBFT und Versorgungsgebäude. Baubeginn Tiefgarage unter UBFT.

Die Vision nach 2035: Freie Flächen auf dem Campus nach UBFT-Abriss. Dort könnte der Platz für neue Wirtschafts- und Forschungskooperationen genutzt werden.

Die ersten beiden Gebäude, die dann als Teil des Masterplans und damit aus Mitteln des Sondervermögens errichtet werden sollen, sind das OP-Zentrum und das Eltern-Kind-Zentrum. Da der OP-Neubau in unmittelbarer Nähe des neuen Bettenhauses entstehen soll, hoffen die Verantwortlichen der UMG auf einen Baubeginn, bevor das Bettenhaus fertig ist – auch um doppelte Baustellen-Strukturen zu vermeiden.

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Das neue Bettenhaus wird gebaut. Auch der Masterplan der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) wird vom Minister begrüßt, er spricht sich zudem für die UMG als Bauherren aus.

Für den Wissenschaftlichen Beirat der Universitätsmedizin Niedersachsen nannte Prof. Hans-Jochen Heinze den Masterplan „hervorragend”. Alle drei Bereiche - Krankenversorgung, Forschung und Lehre - seinen hervorragend integriert. Auch die Einbeziehung der Max-Planck- und Leibniz-Institute „in einen großen Campus” lobte er. Eine dringende Aufgabe der nächsten Jahre sei es, die klügsten Köpfe nach Niedersachsen zu holen. „Die anderen Länder schlafen nicht”, sagte er. „Ich begrüße diesen Startschuss”, so Heinze. Und weiter: „Die vorliegende Masterplanung ist stringent und überzeugend – sie findet die volle Unterstützung des Beirates. Die Zukunftsperspektiven der UMG sind sehr vielversprechend.“ Die Grundlage für den Neubau sei mit dem Masterplan geschaffen, so Thümler. Der Minister: „Jetzt muss es weitergehen.”

Das neue Bettenhaus

Zurzeit wird das Baufeld im Bereich des ehemaligen Ententeichs an der Südwestseite des Klinikums eingerichtet. Dort entsteht das rund 150 Millionen Euro teure neue Bettenhaus. 2022 soll es fertig sein.

Es entsteht ein siebengeschossiges Gebäude mit Hubschrauberlandeplatz. Dort sollen die operativen und organbezogenen Disziplinen einziehen.

Ebene 02:

Werkstätten, Technikflächen, Lagerflächen. Außerdem Personalumkleiden mit einer Wäscheausgabe und ein Personalaufenthaltsraum.

Ebene 01:

Zwei IMC-Stationen (intermediate Care) mit Chest-Pain-Unit und Stroke-Unit mit jeweils 26 Betten sowie zwei Intensiv-Stationen Kardiologie und Neurologie mit jeweils 14 Betten. Nach Fertigstellung des OP-Neubaus befindet sich der Intensivbereich mit insgesamt 80 Betten ebenengleich zur zentralen Notaufnahme der UMG und zu den Herzkatheterlaboren.

Ebene 0:

Nach medizinischen Zentren organisierte Ambulanzen des Herzzentrums (Kardiologie/THG) und des Neurozentrums (Neurologie/Neurophysiologie/Neurochirurgie). Zum Neurozentrum zählt eine neurologische Tagesklinik mit zehn Betten. Mittig zwischen den beiden Zentren befinden sich Forschungsflächen und Konferenzräume.

Ebene 1:

Auf der Ebene 1 befindet sich ebenengleich mit dem zukünftigen Zentral-OP der operative Intensivbereich mit 79 Betten. Der IMC-Bereich umfasst 22 Betten und gliedert sich in zwei Stationen. Die beiden Bauabschnitte 1A (Bettentrakt) und 1B (OP-Trakt) sind durch die Magistrale getrennt.

Ebene 2:

In Ebene 2 befindet sich die Normalpflege-Ebene des Herzzentrums (Kardiologie/THG) mit 152 Betten, ebenengleich mit der im Bauabschnitt 1B geplanten Assist-Device-Station. Zentraler Anlaufpunkt einer Station (mit je 38 Betten) ist der Pflegestützpunkt mit Pflegearbeitsraum und dem Back-Office. Dazu kommen Räume für die Bettenaufbereitung, die Physio-, Ergo- und Logopädie für die gesamte Pflegebene.

Ebene 3:

In Ebene 3 befindet sich die Normalpflege des Chirurgischen Zentrums mit 152 Betten. Sie ist in ihren Raumstrukturen mit der Ebene 2 identisch.

Ebene 4:

Die Ebene 4 wird für die vier Stationen der Normalpflege genutzt und ist ebenfalls im Grundriss identisch mit der Ebene 2. Hier befindet sich das Neurozentrum mit 151 Betten. Dort gibt es das Epilepsiemonitoring sowie ein Schlaflabor.

Ebene 5:

Auf der zurückgesetzten Ebene 5 sind vorrangig Technikflächen,

30 Bereitschaftsräume für ärztliches Personal sowie die Nebenräume für die Luftrettungsstation vorgesehen.

Ebene 6:

Auf der Ebene 6 befindet sich der Hubschrauberlandeplatz mit Hangar und der Luftrettungsstation der DR. Der Dachlandeplatz

berücksichtigt ebenfalls einen Standplatz (Parkplatz) für einen externen Rettungshubschrauber.

Von Britta Bielefeld

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