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Göttingen Mit feiner Nase unterwegs in wackeligem Gelände
Die Region Göttingen Mit feiner Nase unterwegs in wackeligem Gelände
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20:43 23.11.2009
Meistern gemeinsam auch kniffelige Aufgaben: Hund Akiro und Hundeführerin Jutta Günther aus Göttingen. Quelle: Hinzmann
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Jaszberény, Ungarn, an einem sonnigen Septembertag: Bei 27 Grad im Schatten klettert Akiro vom Saargold über zerborstene Betonteile und verstreute Ziegel. Zwei Minuten später bellt er nach Leibeskräften. Besitzerin Jutta Günther folgt ihrem Vierbeiner in das Trümmerfeld. Wäre dies ein Ernstfall, könnte ein verschütteter Mensch jetzt gerettet werden. Akiro hat seine Prüfung mit Bravour bestanden. „Nur meine Fehler haben zu einem Punktabzug geführt“, übt Akiros zweibeinige Partnerin Selbstkritik.

Seit 30 Jahren betreibt die Göttingerin Hundesport. Ihr erster Hund war ein Collie, es folgten deutsche Schäferhunde – und vor vier Jahren der Tervueren, eine von vier Typen des belgischen Schäferhundes. Akiro ist heute vier Jahre alt, menschenfreundlich, kontakt- und spielfreudig – beste Voraussetzungen für einen Rettungshund, sagt seine Besitzerin.
Schon mit Akiros Vorgängerin trainierte Günther beim deutschen Schäferhundverein Rosdorf. In einem Ungarnurlaub stießen die Jutta und Heinz Wilfried Günther auf eine Variante des Schutzhundesports: die Ausbildung zum Rettungshund. Nachdem Akiro zur Familie gestoßen war, bestand der Kontakt zur ungarischen Hundestaffel weiter. „Wir sind drei bis vier Monate im Jahr mit dem Wohnwagen dort“, erzählt die Göttingerin. Und die Ungarn erwiderten die Besuche der Günthers bereits. Im April etwa organisierte das Ehepaar ein Trainingsseminar zur Flächensuche beim SV Rosdorf, zu dem 16 Hundeführer mit ihren Vierbeinern anreisten und im Naturfreundehaus Grone wohnten.
Eine Besonderheit des Urlaubsortes in Ungarn ist ein zwei Hektar großes eingezäuntes Gelände samt 200 Quadratmeter-Trümmerfeld, auf dem die Rettungshundestaffel üben kann. Dort stellt auch das Team Akiro und Jutta Günther während der Reisen regelmäßig seine Fähigkeiten unter Beweis. „In unserer Region gibt es ja kaum Plätze, an denen Trümmersuchhunde trainieren können“, betont Heinz Wilfried Günther, der seine Ehefrau als „Fahrer und technischer Berater“ unterstützt. „In abrissreife Häuser kommt man in Deutschland nicht rein, in Ungarn ist das aber kein Problem.“ Deshalb seien Einsätze in der Heimat vor allem auf die sogenannte Nasenarbeit reduziert.

In Ungarn aber kann Akiro beweisen, wie er auf unebenem Untergrund balancieren und wacklige Hindernisse überwinden kann. Günther: „Die Arbeit erfordert eine starke Bindung zwischen Tier und Hundeführer, denn beispielsweise ist sehr wichtig, dass er an gefährlichen Stellen auf Kommando stehen bleibt.“ Denn manchen Abgrund sollte selbst ein Trümmersuchhund nur mit Hilfe seines Hundeführers überwinden.

Mit Bestehen der Prüfung im Herbst ist Akiro jetzt ausgebildeter Trümmersuchhund. Und ist als solcher auch bereits bei der Göttinger Feuerwehr vorgestellt worden. Sollte es also in der Region zum Ernstfall kommen: Ein Retter auf vier Beinen steht allzeit bereit.

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Von Katharina Klocke

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