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Göttingen Modellbörse am Sonntag in der Weender Festhalle
Die Region Göttingen Modellbörse am Sonntag in der Weender Festhalle
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18:42 19.04.2017
Eine der seltensten Modellanlagen der 1950er und 1960er-Jahre: Eine funktionsfähige Schwebebahn der Firma Stube nach dem Vorbild in Wuppertal. Quelle: r
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Weende

In der mittlerweile 94. Göttinger Modellbörse für Eisenbahn- und Automodelle werden auch die Wiking-Frühwerke aus der Anfangszeit des Unternehmens zu sehen sein. Doch die bestanden nicht aus Kunststoff, sondern aus Metallguss und stellten auch keine Autos dar: Wiking-Gründer, Friedrich Peltzer entwickelte zu Beginn der 1930er Jahre die ersten „nicht schwimmfähigen“ Schiffsmodelle im Maßstab 1:1250 - sogenannte Wasserlinienmodelle, also ohne unteren Rumpfteil. Es folgten Flugzeugmodelle im Maßstab 1:200. Diese Modelle, mittlerweile aus Plastik, aber waren bald nicht mehr für Kinder gedacht: Sie wurden für Wehrmacht und Luftwaffe produziert, damit Piloten und Kanoniere Feindflugzeuge von eigenen Maschinen unterscheiden konnten.

Heute gesuchte Raritäten

In den ersten Jahren nach 1945 wurden aus dem Kunststoffgranulat kein Spielzeug, sondern eher Nützliches wie Knöpfe und Kämme gemacht. Die bei wachsendem Wohlstand immer weiter steigenden Unfallzahlen veranlassten Peltzer, erste Modellautos aus Kunststoff zu produzieren – zunächst zur Verkehrserziehung an Schulen gedacht. Schon 1948 erschienen die ersten Wiking- Verkehrsmodelle im Maßstab 1:100 - heute gesuchte Raritäten.

Der große Erfolg der Berliner Firma kam jedoch erst mit dem Aufkommen der Modelleisenbahn. Auf die damals beliebten Modellbahnanlagen, meist im Maßstab 1:87, gehörten neben Häuser, Bäume auch Modellautos. Da viele der damals recht teuren Modellanlagen meist nur zur Weihnachtszeit aufgebaut und dann in Kartons verpackt auf den nächsten Einsatz warteten, fanden die Wikinger ihren Weg nach draußen: in die Sandkiste oder auf den Gehweg.

Kostenlose Wertschätzung

Die 94. Göttinger Modellbörse für Eisenbahn- und Automodelle öffnet am Sonntag, 23. April, in der Weender Festhalle. Bis um 16 Uhr können Neugierige und Sammler die Angebote Dutzender Anbieter von Auto- und Eisenbahnmodellen samt Zubehör studieren. Für elektrische Modelle stehen Test-Trafos und -Schienen bereit. Außerdem wird Besuchern für mitgebrachte Modelle eine kostenlose und unverbindliche Schätzung des Marktwertes angeboten. Die Börse endet um 16 Uhr. Der Besuch der Wiking-Sonderausstellung ist kostenlos. hein

Vieles ging damals zu Bruch, aber die überlebenden intakten Modelle erzielen heute teils erstaunliche Sammlerpreise: So werden für Raritäten wie den grünen Tanksattel LKW mit Thyssen Aufdruck werden auch schon mal mehrere Tausend Euro gezahlt.

Weiteres Thema der Modellbörsen-Ausstellung:Fälschungen. Der Wiking-Erfolg regte andere Produzenten zur Herstellung von Plagiaten an. Beispielsweise in der ersten Phase der Ferrero-Überraschungseier steckten dreiste Plagiate von Wikingautos - wobei manche dieser Plagiate heute seltener und somit teurer sind als die Originale.

Selten, aber wenig Spielmöglichkeiten

Neben Wiking-Modellen ist in der Ausstellung eine der seltensten Modellanlagen der 1950er und 1960er-Jahre zu sehen: eine funktionsfähige Schwebebahn der Firma Stube nach dem Vorbild in Wuppertal. Ebenfalls im Maßstab 1:87 gefertigt, bot die Schwebebahn im Gegensatz zur Modellbahn jedoch nur sehr geringe Spielmöglichkeiten.

Außerdem war die Bahn ziemlich teuer und ist daher heute sehr selten. Schon 1963 war mit der Produktion Schluss. Am Sonntag in Weende aber erwacht sie wieder zum Leben.

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