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Göttingen Streit um Quadratmeter
Die Region Göttingen Streit um Quadratmeter
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00:17 06.05.2017
Quelle: Fabian Fruehwirth/www.faf-pressebuero.de
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Göttingen

Die meisten Parteien haben für die Bauausschusssitzung am Donnerstag, 4. Mai, Anträge mit Forderungen nach Flächenreduzierung eingereicht.

Der Göttinger Investor Hans-Rudolph Kurth will zwei Möbelmärkte (XXXL und Poco) mit zusammen etwa 33 000 Quadratmetern Verkaufsfläche westlich der Autobahn ansiedeln. Baudezernent Thomas Dienberg verweist auf ein Gutachten der Firma GMA, nach dem diese Größe am „Sonderstandort West“ in der Region verträglich sei.

Außerdem wird diskutiert, das bestehende Einzelhandelskonzept derart zu modifizieren, dass diejenigen Flächen, auf der auch sogenannte zentrumsrelevante Waren wie Elektrogeräte, Haushaltswaren, Einrichtungsartikel, Stoffe oder Wäsche angeboten werden dürfen, dort auf 3300 Quadratmeter aufgestockt werden. Bisher ist diese Fläche pro Einzelhandelsbetrieb auf zehn Prozent seiner gesamten Verkaufsfläche, bis maximal 800 Quadratmeter, beschränkt.

Für die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Donnerstag haben unter anderem die Linken, die Gruppe Piraten/Die Partei und Torsten Wucherpfennig (Antifa-Linke) einen Antrag eingereicht. Danach soll die zulässige Gesamtverkaufsfläche auf 14 500 Quadratmeter beschränkt werden, weil „benachbarte Mittelzentren wie Northeim, Uslar, Einbeck, Hann. Münden, Osterode und Duderstadt“ Bedenken geäußert hätten. Göttingen sollte „an einem guten Verhältnis zu den Nachbarstädten gelegen“ sein.

Einen weiteren Änderungsantrag zum Beschlussvorschlag der Verwaltung haben SPD und Grüne eingereicht. Sie fordern eine Beschränkung der Gesamtverkaufsfläche auf 25000 Quadratmeter. Auf diesen Antrag sind mittlerweile auch die Linken, die Gruppe Piraten/Die Partei und Torsten Wucherpfennig (Antifa-Linke) eingeschwenkt.

Sie fordern nun ebenfalls eine Beschränkung auf 25 000 Quadratmeter Verkaufssfläche, dazu eine Verpflichtung des Investors zur Erstellung eines Verträglichkeitsgutachten, das die Marktsituation in den umgebenden Mittel- und Grundzentren auslotet. Dieses Gutachten soll Politik und Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden.

Zum Änderungsantrag von SPD und Grünen hat auch die FDP einen Ergänzungsantrag vorgelegt. Sie fordert eine Beschränkung der Verkaufsfläche auf 20 000 Quadratmeter. „Diese Fläche“, heißt es in dem Antrag, „soll zwischen mindestens zwei Anbietern aufgeteilt werden, damit auch Anbieter aus der Region bei der Neuansiedlung beteiligt sein können.“

Die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Donnerstag beginnt um 16 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses. Die unübersichtliche Antrags- und Änderungsantragslage der verschiedenen Parteien dürfte sich auch in der Sitzung des Stadtrates am Freitag, 12. Mai, fortsetzen. Dort sind die beiden Möbelmärkte im Westen der Stadt ebenfalls Thema.

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