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Göttingen Molche verlieren Lebensraum
Die Region Göttingen Molche verlieren Lebensraum
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00:37 30.04.2018
Ein Bergmolch Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Nach Angaben der Ratsgruppe sei das Gewässer, das seit Anfang der 1960er-Jahre bestanden habe, in der vergangenen Woche eingeebnet worden. „Das Amphibien-Biotop musste verschwinden, um am Ende einer unattraktiven Betonwüste mit Zierbäumchen Platz zu machen“, heißt es in der Mitteilung. Mitarbeiter hätten zwar 150 Teich- und Bergmolche gefangen und so zunächst vor dem Tod bewahrt, doch würden Molche immer wieder zu dem Gewässer zurückkehren, in dem sie selbst geboren worden. „Egal wo die 150 Tiere nun ausgesetzt werden – sie werden im Frühjahr 2019 versuchen, aus egal welcher Gegend der Stadt wieder zum Groner Tor zu kommen. Einen solchen Versuch wird kein einziges Tier überleben“, schreibt die Ratsgruppe.

Vorkommen war bekannt

Aus Sicht der Gruppenmitglieder ist es nicht nachvollziehbar, warum das Gewässer während der Freiraumplanung für das Gelände entfernt werden musste. „Die Uni-Leitung war bereits 2015 über das Vorkommen der Amphibien informiert“, teilen sie mit. 2015 sei zudem dem Verein Stadt und Planen in Verhandlungen, an denen auch die Sparkasse beteiligt gewesen sein soll, in Aussicht gestellt worden, das Laichgewässer zu erhalten oder ein Neues einzurichten. Laut Mitteilung der Ratsgruppe sollte dadurch den Besuchern des Forum Wissen die Beobachtung lebender Amphibien ermöglicht werden.

Versprechen nicht gehalten

Die Ratsgruppe werfe der Universitätsleitung daher nicht nur den Bruch eines Versprechens, sondern auch einen unverantwortlichen Umgang mit der ihr anvertrauten Natur vor. „Das Gebäudemanagement der Universität Göttingen verkörpert in diesem Beispiel die höchste Stufe menschlicher Arroganz und Nichtachtung gegenüber der Natur: Zerstörung nur um des Zerstörens willen“, erklärt der Gruppenvorsitzende Francisco Welter-Schultes. Die Zerstörung sei ohne Sinn und Notwendigkeit sowie ohne jeden Respekt vor anderen Lebewesen erfolgt.

Hintergrund der Vorwürfe ist die im Dezember 2015 durch den Rat verabschiedete Bauplanung für das Gelände am Groner Tor, denn alle Entwürfe seien gleichbedeutend mit der Zerstörung der Natur gewesen. Von Seiten der Universität konnte am Freitag noch keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben werden, diese soll kommende Woche erfolgen.

Von Vera Wölk

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