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Göttingen Mord an Studentin: Polizei sucht Farhan A.
Die Region Göttingen Mord an Studentin: Polizei sucht Farhan A.
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14:16 30.12.2011
Von Matthias Heinzel
Tatort und mutmaßlicher Täter: Studentenheim Christophorusweg und Farhan A. vor dem Göttinger Uni-Klinikum. Quelle: Hinzmann/EF
Göttingen

Der mutmaßliche Täter und Freund der getöteten Oshrit H., der Medizinstudent Farhan A., ist auf der Flucht. Der Mann sei dringend verdächtig, die 26-jährige Israelin am vergangenen Wochenende in ihrer Wohnung am Christophorusweg getötet zu haben, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Gefunden wurde die Leiche erst am Mittwoch, nachdem Freunde und Angehörige vergeblich versucht hatten, die Frau zu erreichen.

Die Ermittler der 25-köpfigen Mordkommission der Göttinger Polizei gehen weiterhin von einer Beziehungstat aus. Anhaltspunkte für politische oder religiöse Motive gebe es nach wie vor nicht, bestätigte Staatsanwaltschaftssprecher Andreas Buick.

Der Gesuchte habe sich offenbar gleich nach der Tat und damit Tage vor der Entdeckung der Leiche ins Ausland abgesetzt, sagte Buick weiter. Auf welchem Weg und mit welchem Ziel, wollen Polizei und Staatsanwaltschaft „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht mitteilen.

Auch Details über die Todesursache wollen die Ermittler derzeit noch nicht öffentlich machen. Gestern hieß es nur, nach dem Ergebnis der Obduktion der Leiche der Frau sei „von einem Erstickungstod auszugehen“. Nach Angaben der Polizei war die Leiche bei ihrer Entdeckung äußerlich unverletzt.

Der mutmaßliche Täter sei wie sein Opfer Medizinstudent im siebten Semester gewesen. Wahrscheinlich ist damit, dass Oshrit H. und Farhan A. nicht nur eine Beziehung geführt, sondern auch gemeinsam studiert hätten.

Die Ermittler haben inzwischen DNA-Spuren am Tator ausgewertet.  Demnach habe sich der Tatverdacht gegen den 24 Jahre alten Studienkollegen der jungen Frau erhärtet, sagte Buick am Freitag. Mit „intensiven Ermittlungen“ versuche die Polizei derzeit, die genauen Umstände der Tat in dem großen Wohnblock gegenüber dem Universitätsklinikum zu klären. Im Internet kursierende Gerüchte, die Frau sei verstümmelt oder sogar geköpft worden, wurden von Buick ausdrücklich dementiert: Dies sei „völliger Unsinn“. Es seien keine Blutspuren gefunden worden. Gleiches gilt für die Vermutung, der Konflikt zwischen Israelis und Arabern habe bei der Bluttat in irgendeiner Weise eine Rolle gespielt. Auch gebe es keine Hinweise auf religiöse Motive. Die Israelin war muslimischen Glaubens.

Die meisten Morde werden nach Angaben des Bundeskriminalamts im direkten sozialen Umfeld begangen. Laut Statistik 2010 kannten mehr als drei Viertel der Mordopfer in Deutschland den Täter persönlich.

Mit Material von: dpa

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