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Göttingen Nach dem Umbau: Kritik am Göttinger Radschnellweg
Die Region Göttingen Nach dem Umbau: Kritik am Göttinger Radschnellweg
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17:31 03.03.2015
Mehr als 12 000 Radfahrer nutzen die Kreuzung am Weender Tor im Jahresdurchschnitt täglich. Quelle: Heller
Göttingen

Im November hatte die Arbeitsgruppe „Ampelpiraten“ nach eigenen Angaben 30 Stunden lang den Radverkehr auf der Kreuzung zu unterschiedlichen Tageszeiten beobachtet und gezählt.

Ihr Ergebnis: Ein Großteil des „vorher regelkonformen Verkehrs“ quere die Kreuzung nun regelwidrig, der Radschnellweg vor dem Opel-Hochhaus würde nicht wahrgenommen. Weiter klagt er, dass der Radweg bergauf zur Goßlerstraße wenig genutzt werde, die Aufstellflächen, Auffahrten auf Radwege und Spurbreiten zu eng bemessen seien, die „Spurenführung auf der Verkehrsinsel“ vom Radverkehr nicht angenommen werde. „Etliche neue Unfallursachen wurden geschaffen, die Kreuzung ist gefährlicher geworden.“ Zwölf verschiedene Radverkehrsströme haben die Ampelpiraten ausgemacht.

Von den 12 200 Radfahrer, die im Jahresmittel die Kreuzung pro Tag nutzen, führen 29 Prozent „illegal“ über das Weender Tor, sagt Welter-Schultes. Hauptursache für diesen Misstand sei das neue „unsinnige Verbot der ostseitigen Querung“ vom Opel-Hochhaus zum Auditorium. Die „unübersichtliche Menge an Radwegmarkierungen, unterschiedlichsten Linien, Pfeilen und weißen Leitsystemen für Sehbehinderte“ verwirre zudem und würde nicht beachtet. Er bemängelt, dass die Verwaltung keine Untersuchung der Verkehrsströme unternommen habe.

„Noch einmal nachbessern“

Auch die Stadtverwaltung beobachtet die Situation an der Kreuzung nach Auskunft von Stadtbaurat Thomas Dienberg „genau“. Der Eindruck „nach nicht einmal einem halben Jahr“ nach dem Umbau: „Die Kreuzung funktioniert deutlich besser als zuvor“, sagt Dienberg. Die Kritik von Piraten und VCD weist er zurück. Die gemachten Beobachtungen seien zwar „akribisch“ aber auch sehr „selektiv“ auf den Radverkehr gerichtet. „Man muss die gesamte Kreuzung im Blick haben“, sagt Dienberg. Autos und Fußgänger nutzten die Kreuzung ebenso.

Vor allem die Radverkehrsführung aus Richtung Osten vom Nikolausberger Weg Richtung Bahnhof und umgekehrt funktioniere super und werde von den meisten Radfahrern angenommen. „Wenn auch noch nicht von allen“, schränkt Dienberg ein. „Hier müssen wir sicher noch einmal nachbessern.“ Vorteil der neuen Lösung: „Die Radfahrer sind runter von der Straße.“ Zudem seien die Ampelschaltungen an den Radverkehr angepasst.

Für die vielbefahrene Kreuzung habe die Verwaltung die „höchst mögliche Klassifizierung“ vorgenommen und entsprechend die geltenden Richtlinien für dieses Verkehrsaufkommen angewandt. Daher habe man auf eine Verkehrszählung vorab verzichtet, erläutert Dienberg.

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